Positionspapier
25.08.2026
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Agentische KI verändert die Grundlagen von Wertschöpfung

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Künstliche Intelligenz dürfte die deutsche Wirtschaft deutlich produktiver machen. Mit agentischer KI geht die Entwicklung jedoch über die Automatisierung einzelner Tätigkeiten hinaus: KI-Systeme können zunehmend ganze Prozessketten eigenständig planen, ausführen und koordinieren. Dadurch kann sich der für eine bestimmte Wertschöpfung erforderliche Einsatz menschlicher Arbeitszeit deutlich reduzieren.

Für die Volkswirtschaft ist deshalb weniger entscheidend, ob einzelne Berufe vollständig verschwinden. Entscheidend ist, wie sich das Verhältnis von menschlicher Arbeit, Wertschöpfung und digitalem Kapital verändert. Produktivitätsgewinne können zwar neue Nachfrage, Investitionen und Beschäftigung schaffen. Sie führen aber nicht automatisch zu einer entsprechenden Ausweitung der Beschäftigung oder der Lohnsumme.

Daraus ergeben sich insbesondere drei makroökonomische Fragen:

  • Produktivität und Beschäftigung: Gelingt es, KI-bedingte Produktivitätsgewinne in zusätzliche Wertschöpfung, neue Geschäftsmodelle und Beschäftigung zu übersetzen?
  • Verteilung der Wertschöpfung: Entsteht die zusätzliche Wertschöpfung in Deutschland oder fließt ein wachsender Anteil als Kapital-, Lizenz- oder Plattformerlöse an internationale Technologieanbieter?
  • Finanzierung des Sozialstaats: Was passiert, wenn die Wertschöpfung deutlich schneller wächst als die beitragspflichtige Lohnsumme, auf der die Finanzierung der Sozialversicherungen wesentlich beruht?

Das Thesenpapier betrachtet drei mögliche Entwicklungspfade: KI kann den demografisch bedingten Arbeitskräftemangel kompensieren, einen tiefgreifenden Strukturwandel bei insgesamt stabiler Beschäftigung auslösen oder zu einer stärkeren Entkopplung von Wertschöpfung und Lohnarbeit führen.

Die Entwicklung ist dabei keineswegs vorbestimmt. Entscheidend wird sein, ob Deutschland die Produktivitätspotenziale von KI in zusätzliche inländische Wertschöpfung übersetzen kann. Gleichzeitig stellt sich die Frage, ob Finanzierungs- und Verteilungsmechanismen langfristig tragfähig bleiben, wenn menschliche Arbeitszeit an Bedeutung für die Wertschöpfung verliert. Das Papier versteht diese Fragen als Prüfauftrag für die weitere wirtschafts- und ordnungspolitische Debatte, nicht als abschließende Antwort.

Hier können Sie unsere vollständige Position lesen.