Position des Jungen Wirtschaftsrats: Endlich Neustart in der deutschen Energiepolitik angehen!

Jüngst erlaubte
das EU-Gericht das Klimasiegel für Atomkraft und Erdgas und gab damit einer
Klage von Österreich statt.Entschieden wurde, dass Atomkraft und Erdgas
in der EU als nachhaltig eingestuft werden dürfen. Es ist ein Urteil, das die
energiepolitische Debatte in Deutschland in neuem Licht erscheinen lässt. Es
bietet darüber hinaus den perfekten Zeitpunkt, um einen Kurswechsel in der
deutschen Energiepolitik vorzunehmen: Zurück zu Technologieoffenheit,
Entscheidungsoffenheit und zu einer Politik, die Verantwortung gegenüber den
kommenden Generationen übernimmt!

Versorgungssicherheit,
Wettbewerbsfähigkeit und Klimaschutz müssen in Einklang gebracht werden. Der
Junge Wirtschaftsrat fordert daher:

1. Technologieoffenheit statt Verbotsideologie!

Deutschland
muss alle verfügbaren Energietechnologien prüfen und nutzen, anstatt Lösungen
durch ideologische Verbote von vornherein auszuschließen.

2 .Faktenbasierte Energiepolitik statt
„alternativloser“ Entscheidungen!

Entscheidungen müssen auf wissenschaftlichen und
ökonomischen Grundlagen beruhen, nicht auf Angst, Symbolik oder kurzfristigem
parteipolitischen Kalkül.

3. Verlässliche Versorgung statt Abhängigkeit und Preisexplosion!

Nur mit
stabiler Grundlast, wettbewerbsfähigen Preisen und europäischer Kooperation
bleibt Deutschland ein sicherer, innovativer und attraktiver
Wirtschaftsstandort.

Noch vor wenigen
Jahren verfügte Deutschland über einige der sichersten Kernkraftwerke weltweit.
In einem Land, das kaum von Naturkatastrophen bedroht ist, hätte Kernenergie
eine stabile Brücke in die Energiewende sein können. Doch nach Fukushima wurde
der Atomausstieg beschlossen, getrieben von Angst und politischem Kalkül. Unter
der Ampel-Regierung erfolgte schließlich die endgültige Abschaltung der letzten
drei Anlagen, obwohl massive Zweifel an der Notwendigkeit bestanden.

Die Folgen sind
heute für alle spürbar. Um Versorgungslücken zu schließen, mussten
Kohlekraftwerke reaktiviert und teure Energieimporte nur im Jahr 2023 im Wert
von 0,7 Milliarden Euro eingekauft werden. Ein deutlicher Wandel: Nach Jahren
als Stromexporteur. Deutschland ist Netto-Stromimporteur geworden, während
Nachbarländer mit Kernenergie günstiger und klimafreundlicher produzieren.

Besonders deutlich
wird dies beim Blick auf den Strommix und die CO₂-Bilanz: In Deutschland lag die CO₂-Intensität der Stromerzeugung 2023 bei etwa
380 g CO₂/kWh, in Frankreich, geprägt von Kernenergie und Wasserkraft, dagegen bei nur 56 g CO₂/kWh.
Der CO₂-Ausstoß unserer Stromerzeugung liegt
inzwischen um ein Vielfaches (8,9 t / Kopf/Jahr) über dem französischen
Niveau (5,8 t / Kopf/Jahr). Gleichzeitig haben Verbraucher und Unternehmen mit
Rekordpreisen zu kämpfen, Deutschland
ist heute Strompreis-Spitzenreiter in Europa. In Deutschland gehört der Faktor „Energiepreis“
zu den drei am schlechtesten bewerteten Standortfaktoren.

Diese Politik
hat nicht nur die Energieunabhängigkeit geschwächt, sondern auch die Planbarkeit,
Stabilität und Wettbewerbsfähigkeit massiv untergraben. Damit werden
ausgerechnet jene belastet, die die Folgen am längsten tragen müssen: die
jungen Generationen.

Aus
diesen Fehlern muss eine klare Lehre gezogen werden: Deutschland braucht eine
Öffnung für Zukunftstechnologien. Atomkraft muss als Brückentechnologie neu
bewertet, die Forschung an SMRs und Fusion entschlossen gefördert und die
europäische Kooperation im Energiemarkt gestärkt werden. Deutschlands
Energieproblem ist nicht nur eine Frage von Kosten, sondern eine Frage der
Verantwortung. Energiepolitik darf nicht länger Spielball kurzfristiger
Parteipolitik sein. Sie ist das Fundament unserer sozialen und wirtschaftlichen
Existenz. Wer aus den spürbaren Fehlern der Vergangenheit nicht lernt, schwächt
das Land genau dann, wenn es Stärke braucht.



Downloads und Links