Technologie, Sicherheit & Zukunft im Baltikum – Delegationsreise des Wirtschaftsrats Baden-Württemberg

Die baltischen Länder Estland, Lettland und Litauen sind
kleine, offene und dynamische Volkswirtschaften mit hoher
Technologieorientierung, fortschrittlicher Digitalisierung und starker
europäischer Integration. Als Brücke zwischen Skandinavien, der EU und
Osteuropa sind sie nicht nur wirtschaftlich relevante Partner, sondern
angesichts aktueller geopolitischer und sicherheitspolitischer
Herausforderungen auch strategisch von wachsender Bedeutung.
Vor diesem Hintergrund führte der Wirtschaftsrat
Baden-Württemberg vom 1. bis 7. Juni 2025 eine Delegationsreise ins Baltikum
durch. Unter dem Titel „Technologie, Sicherheit & Zukunft im Baltikum:
Innovations- und Grenzregion im Osten Europas“ standen der gezielte Austausch
mit politischen Entscheidungsträgern, Gespräche mit wirtschaftlichen
Schlüsselakteuren sowie Einblicke in Digitalisierungsstrategien und
Standortentwicklungen im Mittelpunkt.

Zum Auftakt wurde die Delegation in der Residenz des
Deutschen Botschafters in Tallinn von Dr. Peter Reuss und Botschaftsrat Mario
Sauder empfangen. Am darauffolgenden Abend fand dort ein Unternehmerempfang
unter dem Titel „Get2know Wirtschaft und Innovation in Estland“ statt.
Hochrangige Gäste waren der estnische Parlamentspräsident Lauri Hussar sowie
Außenminister Margus Tsahkna. In seiner Begrüßung stellte Prof. Dr. Ulrich
Zeitel, Ehrenvorsitzender des Wirtschaftsrats Baden-Württemberg, das
wirtschaftsstarke Bundesland sowie die Rolle des Wirtschaftsrats im Dialog
zwischen Wirtschaft und Politik vor – und betonte die gemeinsame Verantwortung
in einem sich wandelnden Europa.

In Lettland standen für die Delegation zwei zentrale
politische Gespräche auf dem Programm. Beim deutsch-lettischen
Unternehmernetzwerkabend am 3. Juni mit Arvils Ašeradens, Finanzminister der
Republik Lettland, ging es um stabile Rahmenbedingungen, digitales Wachstum und
neue Investitionschancen im nordeuropäischen Raum. Am folgenden Tag erfolgte
ein vertiefender Austausch mit Wirtschaftsminister Viktors Valainis über die
wirtschaftliche Entwicklung des Landes und Ansätze für eine engere
Zusammenarbeit.


Ergänzt wurden die Gespräche durch ein Briefing mit der Deutschen
Botschafterin Gudrun Masloch und Heike Jantsch, ständige Vertreterin und
Leiterin Wirtschaft an der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Riga, zudem
noch über die deutsch-lettischen Wirtschaftsbeziehungen austauschen. Den
Abschluss bildete ein Arbeitsessen mit Dr. Zanda Kalniņa-Lukaševica,
Vizepräsidentin des lettischen Parlaments, zu den deutsch-lettischen
Beziehungen in einer sich verändernden Welt. Im Fokus standen aktuelle
geopolitische Herausforderungen, die Rolle Lettlands in Europa sowie die
Bedeutung wirtschaftlicher Partnerschaften und politischer Verlässlichkeit im
transnationalen Dialog.

Den Abschluss der Delegationsreise bildete der Besuch in
Litauen. In Vilnius lud die Litauische Wirtschaftskonföderation gemeinsam mit
dem Wirtschaftsrat am 5. Juni zu einem Unternehmerabend unter dem Titel
„Get2know Wirtschaft und Innovation in Litauen“ ein. Hochrangiger Gast war
Wirtschafts- und Innovationsminister Lukas Savickas, der in seiner Rede die wirtschaftspolitischen
Perspektiven für den Standort Litauen skizzierte. Der Abend bot einen offenen
Rahmen für neue Kontakte, Gespräche und Impulse für die künftige Zusammenarbeit
zwischen Baden-Württemberg und Litauen. Am nächsten Tag rundete ein Austausch
inklusive wirtschaftspolitischem Briefing mit dem Deutschen Botschafter Dr.
Cornelius Zimmermann, in der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in
Litauen, die Delegationsreise ab.

Die Reise verdeutlichte: Das Baltikum ist nicht nur
geopolitisch und sicherheitspolitisch ein relevanter Partner Europas, sondern
auch technologisch, wirtschaftlich und strategisch eng mit der Zukunft
Deutschlands verknüpft. Für den Wirtschaftsrat Baden-Württemberg war die
Delegationsreise ein klares Signal für Dialog, Partnerschaft und
außenwirtschaftliches Engagement – und ein Zeichen für Stabilität und
gemeinsame Verantwortung in einem sich wandelnden Europa.