Die Zukunft der Automobilbranche in Baden-Württemberg

Die Sektion Rems-Murr führte eine spannende Diskussion mit Dr. Manuel Kallweit (VDA) zur Transformation der Automobilindustrie.

Die Automobilindustrie gilt seit Jahrzehnten als Rückgrat
der baden-württembergischen Wirtschaft. Doch angesichts der Auswirkungen von
Protektionismus und Zöllen, den hohen Energiekosten, des anhaltenden
Fachkräftemangels sowie des beschleunigten Wandels hin zur Elektromobilität
steht die Branche vor bisher ungekannten Herausforderungen. Zunehmend droht
eine Krise, die nicht nur die bekannten Hersteller, sondern auch zahlreiche
Zulieferer in ihrer Existenz gefährden könnte.

Daniel Sander, Dr. Manuel Kallweit, Dr. h.c. Gunther V. Gühne

In seinem Impulsvortrag beleuchtete Dr. Manuel
Kallweit, Chefvolkswirt des Verbands der Automobilindustrie e.V., zunächst all diese zentralen Herausforderungen für die Automobilindustrie und den
Standort Baden-Württemberg. Gleichzeitig betonte er aber auch die Stärken
und Chancen der Branche, die in der öffentlichen Debatte häufig zu kurz
kommen. Dr. Kallweit machte deutlich, dass die deutsche Automobilindustrie
im internationalen Vergleich besser aufgestellt ist als es den Anschein macht:

  • Deutschland ist nach China der zweitgrößte
    Produzent von Elektrofahrzeugen weltweit.
  • Die Transformation in Deutschland ist im europäischen und
    internationalen Vergleich bereits weit fortgeschritten.
  • Deutsche Hersteller verfügen weiterhin über eine
    starke weltweit Präsenz und eine hohe Wettbewerbsfähigkeit.

Im Anschluss an den Vortrag entwickelte sich eine
lebendige Diskussion mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Dabei ging es
nicht nur um Risiken, sondern auch um Wege zur Stärkung der Innovationskraft
sowie um die Bedeutung von Ausbildung und Fachkräften

Die Veranstaltung machte deutlich: Der
Transformationsprozess ist gewaltig – doch Baden-Württemberg hat alle
Voraussetzungen, um auch künftig ein führender Standort der Automobilindustrie
zu bleiben. Entscheidend wird sein, die Herausforderungen realistisch zu
benennen und gleichzeitig die vorhandenen Stärken konsequent auszuspielen.