Digitale Transformation in Unternehmen

„Ich möchte Transformation am Beispiel dieser großen Linde erklären,
die Sie alle hier bei einem Blick aus dem Fenster sehen können.“ Mit diesen überraschenden
Worten begrüßte Dr. Martin Krämer, Vorstand der SICK AG, seine Gäste, die
zahlreich nach Buchholz gekommen waren, um dort einem Vortrag über die
zunehmende Digitalisierung in Unternehmen beizuwohnen. Je länger die anwesenden
Mitglieder des Wirtschaftsrates und des Mitveranstalters, dem Verband der Metall- und Elektroindustrie Baden-Württemberg e.V. (Südwestmetall), jedoch den Ausführungen des Referenten
lauschten, desto mehr wich der Zustand der Verwunderung über den ungewöhnlichen
Einstieg dem Verständnis, weshalb die Frage nach dem richtigen Umgang mit einem
140 Jahre alten Baum eine adäquate Analogie zu der Philosophie darstellt, mit
der Krämers Unternehmen bestehende Herausforderungen angeht.
Krämer schilderte nämlich eindrucksvoll, wie die Linde die Bauherren
beim Bau des erst vor rund sechs Monaten eröffneten
Campus der SICK AG, in dem auch die in diesem Bericht beschriebene
Veranstaltung stattfand, schier zur Verzweiflung getrieben
habe. Da das Fällen des Baumes auf Grund behördlicher Vorgaben nicht in Frage
gekommen sei, habe man sich nach ausführlichen Überlegungen dafür entschieden,
ihn um rund 17 Meter zu versetzen. Diese „Zwangsumsiedelung“ habe der Linde
jedoch wider Erwarten nicht etwa geschadet, sondern ihr im Gegenteil noch einmal
einen deutlichen Wachstumsschub verpasst. Dies stelle laut Krämer ein
eindrucksvolles Beispiel dafür dar, dass jede Veränderung in den meisten Fällen
zwar ein gewisses Risiko bedeute, jedoch auch beeindruckende Chancen mit sich
bringe.
An dieser Stelle zog der Referent nun auch Parallelen zur SICK AG. Da
sein Konzern, der sich auf die Entwicklung und Herstellung von Sensoren für die
Fabrik-, Logistik- und Automatisierungstechnik spezialisiert habe, zunehmend
auch gegen Konkurrenz aus dem Ausland bestehen müsse, biete man dem Kunden im
Sinne der sogenannten „Smart-Industry-Idee“ nunmehr individuell zugeschnittene
Produktkonzeptionen an. Die hierbei verbauten Chips seien beispielsweise in der
Lage, Fabrikationsprozesse zu beobachten und dem Kunden die daraus gewonnenen
Daten digital zur Verfügung zu stellen. Hierbei zeige sich im Sinne der
digitalen Transformation der große Nutzen derartiger intelligenter Systeme, da diese
beispielweise in erheblichem Maße zur Effizienzsteigerung bei der Erzeugung von
Waren beitragen könnten.
Zudem erklärte Krämer, dass die SICK AG auch in anderen Bereich Mut zur
Veränderung zeige. So habe das Thema Nachhaltigkeit für das Unternehmen in den
letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Durch Maßnahmen wie die Errichtung von
konzerneigenen Photovoltaikanlagen oder der Bereitstellung von Dienstwagen der
Marke Tesla sei es gelungen, die Ökobilanz der Sick AG zu verbessern. Auch
bemühe man sich intensiv darum, den Angestellten ein möglichst angenehmes
Arbeitsumfeld zu bieten, was sich unter anderem durch das Erreichen von Platz
11 bei einer unter 650 Betrieben durchgeführten Umfrage des Magazins Stern wiederspiegle,
die nach den mitarbeiterfreundlichsten Konzernen Deutschlands gesucht hatte.

Im Anschluss an den kurzweiligen Vortrag bekamen die Gäste im Rahmen
einer vom Sprecher der Sektion Freiburg-Emmendingen, Prof. Dr. Frank O. Bayer,
moderierten Diskussion zudem die Möglichkeit, ihre Fragen zu stellen und
diskutierten mit Krämer über interessante und vielseitige Bereiche wie
Datenschutz oder pay-per-use-Bezahlungsmodelle.