Wirtschaftsrat Baden-Württemberg fordert die Landesregierung auf, sich klar zu E-Fuels zu bekennen
Der Landesverband Baden-Württemberg des
Wirtschaftsrates der CDU e.V. fordert die Landesregierung um Winfried
Kretschmann auf, sich (weiter) für Möglichkeiten zur Implementierung von
E-Fuels in der Mobilitätswende stark zu machen, insbesondere für effiziente
Verbrennungsmotoren. „Die Entscheidung der EU, ab 2035 nur noch Verbrenner mit
null Gramm CO2-Ausstoß zuzulassen, kommt einem de-facto-Verbot gleich, ist
ideologiegetrieben, kurzsichtig und eine Gefahr für den Wirtschaftsstandort
Deutschland“, stellt der Landesvorsitzende des Wirtschaftsrates Baden-Württemberg
fest. „Ohne die Option, E-Fuels als Kraftstoff zu implementieren, entfällt ein
Großteil der Anreize zur Entwicklung effizienter und günstiger E-Fuels – und
somit riesiges CO2-Einsparpotential. Die Ablehnung synthetischer Kraftstoffe
wird einen weiteren Rückgang von Investitionen zur Folge haben. Ich glaube
nicht, dass diese Entscheidung bis 2035 politisch haltbar bleiben wird.“
Grundsätzlich rät der Wirtschaftsrat Baden-Württemberg
dazu, die politischen Vorgaben an technische Möglichkeiten anzupassen, nicht
umgekehrt. Joachim Rudolf: „Der Ausbau der Ladesäuleninfrastruktur verläuft
viel zu langsam – um die Ausbauziele zu erreichen, müsste sich die
Ausbaugeschwindigkeit versechsfachen. Auch die Frage, inwieweit der erhöhte
Strombedarf aus erneuerbaren Energien überhaupt gedeckt werden kann, ist bisher
nicht geklärt.
Das Hauptziel muss laut Wirtschaftsrat die
CO2-neutrale Transformation des Verkehrssektors sein, nicht die ideologische
Fokussierung auf eine Antriebstechnologie. „Über das Ziel der Defossilisierung
im Verkehrssektor herrscht Einigkeit. Doch sollten dabei alle
Antriebstechnologien einbezogen werden“, sagt Joachim Rudolf.
Die Verkehrswende kann nur mit einem ganzheitlichen
Ansatz gelingen. Dieser sollte nicht nur verbieten, sondern auch ermöglichen.
Auch der Kraftstoff HVO100 bietet die Chance, die Treibhausgase im
Straßenverkehr schlagartig um bis zu 90% zu reduzieren. Joachim Rudolf: „Dass
die Bundesumweltministerin diese Potenziale in ihrer Eröffnungsrede zum
Agrarkongress vor einigen Wochen erkannt hat, ist als positives Signal zu
sehen.“