Auf dem Weg nach vorn: Strukturentwicklung Lausitz

Infrastruktur und Erreichbarkeit als Standortfaktoren: Sektion Lausitz im Gespräch über die Zukunft der Region

Wie entwickelt sich die Lausitz vom ehemaligen Kohlerevier zu einer zukunftsfähigen Wirtschafts- und Innovationsregion? Und welche Bedeutung haben Infrastruktur und Erreichbarkeit für diesen Wandel? Mit diesen Fragen beschäftigte sich die Sektion Lausitz des Wirtschaftsrates Berlin-Brandenburg bei der Arcus Planung + Beratung Bauplanungsgesellschaft mbH.

Zum Auftakt erhielten die Mitglieder einen Einblick in das Unternehmen. Die Geschäftsführer Dr. Dieter Werner und Mario Wünsch stellten die Arcus Planung + Beratung Bauplanungsgesellschaft mbH und ihre Tätigkeit vor und gaben einen Einblick in aktuelle Projekte und Herausforderungen der Bau- und Planungswirtschaft. Anschließend richtete sich der Blick auf die Entwicklung der Lausitz. Moderiert wurde die Veranstaltung von Herrn Enrico Drewitz, Mitglied des Sektionsvorstandes Lausitz.

Als Gesprächspartner stand Dr.-Ing. Klaus Freytag, Lausitz-Beauftragter des Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg, zur Verfügung. Er gab einen umfassenden Einblick in den laufenden Strukturwandel und die Perspektiven der Region.

Dabei wurde deutlich, dass die Lausitz bereits heute einen tiefgreifenden Wandel erlebt. Besonders Cottbus entwickelt sich zunehmend zu einem zentralen Wissens- und Innovationsstandort. Im Regionalranking 2026 des Instituts der deutschen Wirtschaft wurde Cottbus als dynamischste Region Deutschlands ausgezeichnet. Die Stadt entwickelt sich dabei vom klassischen Braunkohlestandort hin zu einer Wissensregion. Mit der Medizinischen Universität Lausitz – Carl Thiem und dem Lausitz Science Park entstehen wichtige Impulse für Forschung, Innovation und wirtschaftliche Entwicklung.

Grundlage für diesen Transformationsprozess ist der gesetzlich verankerte Strukturwandel in den Kohleregionen. Ziel ist es unter anderem, Beschäftigung zu sichern, neue Arbeits- und Ausbildungsplätze zu schaffen, die Wirtschaftsstruktur zu diversifizieren und die Attraktivität der Region als Wirtschaftsstandort zu stärken. 

Eine zentrale Voraussetzung hierfür ist eine leistungsfähige Infrastruktur. Im Mittelpunkt des Austauschs standen daher insbesondere die Verkehrsprojekte, die die Lausitz künftig besser mit den umliegenden Wirtschaftszentren verbinden sollen. Auf der Schiene gehören dazu unter anderem der zweigleisige Ausbau der Strecke Lübbenau–Cottbus sowie weitere Maßnahmen auf der Verbindung Berlin–Cottbus–Görlitz. Auch die Knoten Ruhland und Falkenberg sowie die Strecke Leipzig–Falkenberg–Cottbus spielen eine wichtige Rolle. Im Straßenverkehr wurden unter anderem die Ortsumgehung Cottbus und der Ausbau der B 169 thematisiert.

Darüber hinaus wurden weitere Projekte des Strukturwandels, etwa der Ausbau der Straßenbahninfrastruktur in Cottbus, die nachhaltige Nutzung von Wasserstoff im ÖPNV sowie die Aufwertung des Verkehrslandeplatzes Cottbus/Neuhausen, angesprochen.

In der anschließenden Diskussion wurde deutlich: Eine gute Erreichbarkeit ist ein entscheidender Standortfaktor für die weitere wirtschaftliche Entwicklung der Lausitz. Nur mit einer leistungsfähigen Verkehrs- und Versorgungsinfrastruktur können Unternehmen angesiedelt, Fachkräfte gewonnen und die entstehenden Forschungs- und Innovationsstrukturen nachhaltig mit der Wirtschaft verknüpft werden.

Der Austausch zeigte damit eindrucksvoll, dass die Lausitz beim Strukturwandel bereits wichtige Schritte nach vorn gemacht hat. Gleichzeitig bleibt es entscheidend, die zahlreichen Projekte konsequent weiterzuführen. Wir bedanken uns recht herzlich bei unseren Gastgebern Herrn Dr. Werner und Herrn Wünsch sowie bei Herrn Dr. Freytag für den Austausch!