Bewegung in der LFK Mobilität
Johannes Kraft MdA, Sprecher für Mobilität und Verkehr, im
Austausch mit Harry Rogasch, Leiter Public Affairs Europe von NIO.
Die Begrüßung und Einführung in das Thema der Veranstaltung „Elektromobilität
im urbanen Raum“ übernahm Wirtschaftsrat-Mitglied Harry Rogasch in seiner
Funktion des Gastgebers. Der ausgebildete Maschinenbauingenieur Rogasch mit
Stationen bei Continental und Bosch baut seit 2022 das Europa-Geschäft auf.
Neben München besteht der Standort Berlin. In direkter Nachbarschaft zur
Gedächtniskirche lädt das neue NIO House zum Kennenlernen der neuen
Elektroautos, dem 640 kW-Charger und der einzigartigen Akku-Wechselstation ein.

Der Abgeordnete Johannes Kraft ist bekennender Fahrer von
Elektroautos. Seit mehr als 11 Jahren fährt der ausgebildete
Wirtschaftsingenieur die Alternative zum Verbrenner und beschwört die
Antriebswende. Seines Erachtens sollten Wissenschaftler, Ingenieure & Co
Entscheidungen treffen und nicht Politiker. Vor dem Hintergrund, dass die
Energiewende aus Krafts Einschätzung so nicht machbar sei, fordere er, dass
Politik technologieoffener sein sollte und durch eine „Ermöglichungskultur“ Potentiale,
Forschung, Start-ups und Unternehmen genutzt, gefördert, gepusht werden
sollten.

Die Themen Elektromobilität, Netzstabilität und
Ladeinfrastruktur hingen unweigerlich miteinander zusammen und Deutschlands
Defizite in diesem Bereich und die Unterschiede zwischen urbanen und ländlichen
Raum liegen klar auf der Hand.
Die Versäumnisse bzgl. politischer Entscheidungen holen
Deutschland ein. Besonders in Berlin würden die Prozesse (auch
infrastrukturell) viel zu lange dauern.

Als Beispiel für die mangelnd ausgebaute Ladeinfrastruktur nannte
er die Zahl 23. 23 Fahrzeuge teilen sich einen einzigen Ladepunkt. Ein
deutliches Missverhältnis. Krafts Bestreben gilt in diesem Fall der schnellen
und unkomplizierten Erweiterung des Ladepunktnetzes. Er nannte in diesem
Zusammenhang das Unternehmen „ubitricity“, einer Tochtergesellschaft der Shell
Gruppe, die Städte und Kommunen beim Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur
unterstützt; mit modernsten Ladelösungen wie z. B. Laternenladepunkte. Berlin verfügt derzeit
über mehr als 800 Laternenlader in Anwohnergebieten.
Die Stromversorgung sei in einer dramatischen Situation. Es
bestehe eine unzureichende Versorgungs-sicherheit und seiner Prognose nach
müsse kurz- bis mittelfristig das Mittelspannungsnetz verdoppelt werden.
Generell gäbe es ein strukturelles Defizit in 2027/28 von 5
Mrd. Euro, so Kraft, der sich abschließend sowieso wundere, „dass in Berlin
überhaupt etwas funktioniere“.
