Exklusiver Austausch über den Dächern Berlins

Netzwerk „Mobilität & Infrastruktur“

In der 14. Etage des Bahntowers am Potsdamer Platz trafen die Mitglieder des Wirtschaftsrates auf einen unaufgeregten und zugewandten Alexander Kaczmarek. Als Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn zeichnet er gleich für drei Bundesländer verantwortlich: Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Seit fast 20 Jahren ist Kaczmarek bereits Teil des Konzerns. Zuvor gehörte er von 1994 bis 2006 für die CDU dem Berliner Abgeordnetenhaus an – unter anderem als verkehrs- und finanzpolitischer Sprecher seiner Fraktion. In seiner heutigen Rolle fungiert er als zentraler Ansprechpartner für Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Verbände und koordiniert die Abstimmung zwischen den verschiedenen Geschäftsfeldern der Bahn. Rüdiger Kuhn, Mitglied des Landesvorstandes Berlin-Brandenburg, übernahm die Begrüßung und stellte den Gastgeber kurz vor.


Der fantastische Ausblick über das herbstlich gefärbte Blätterdach des Tiergartens bot eine schöne Kulisse, täuschte jedoch nicht über die tiefgreifenden Herausforderungen der Deutschen Bahn hinweg. Bei einem Volumen von rund 10,6 Milliarden Euro an Planungs- und Baukosten sowie bis zu 100 Stationen, die derzeit neu- oder ausgebaut werden, vollzieht der Konzern einen mutigen Strategiewechsel: Um Maßnahmen schneller umzusetzen, werden sie radikal gebündelt. Sogenannte Totalsperrungen sollen eine größere Effizienz bei der Korridorsanierung ermöglichen. Ein aktuelles Beispiel hierfür ist die 14-monatige Vollsperrung der Strecke Lehrte–Berlin, die Anfang Oktober 2026 begonnen hat.


Dass solche Maßnahmen im Land keine Begeisterungsstürme auslösen, liegt auf der Hand. Die Einschränkungen durch die Sanierungsarbeiten werden Deutschland in den kommenden zehn Jahren intensiv begleiten. Langfristig verspricht sich die Bahn dadurch jedoch eine spürbare Verbesserung von Qualität und Pünktlichkeit. Aktuelle Pünktlichkeitsprobleme entstünden vor allem an den überlasteten Knotenpunkten und schlagen sich gnadenlos in der Fernverkehrsstatistik nieder, was die Wettbewerbsfähigkeit belastet. Im Nahverkehr hingegen liege die Pünktlichkeitsquote immerhin bei rund 90 Prozent.


Abschließend berichtete Alexander Kaczmarek vom Großprojekt i2030. Dieses Gemeinschaftsprojekt der Länder Berlin und Brandenburg, des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg (VBB) und der Deutschen Bahn wurde ins Leben gerufen, um den Schienenverkehr in der Metropolregion nachhaltig zu stärken. Durch das Projekt soll die gesamte Schieneninfrastruktur sowie die Ausbaukorridore der Hauptstadtregion umfassend erneuert und erweitert werden.

 


Von bundesweiten Weichenstellungen bis hin zu konkreten regionalen Projekten: Der Nachmittag bot nur einen kleinen Ausschnitt der enormen Themenvielfalt, die uns Alexander Kaczmarek näherbrachte. Wir bedanken uns ganz herzlich für den offenen Austausch und die tiefen Einblicke in die verkehrspolitischen Schwerpunkte der kommenden Jahre.