Hightech-Produktion in Frankfurt (Oder): Sektion Ostbrandenburg zu Gast bei der Yamaichi Electronics
Im Rahmen eines Unternehmensbesuches war die Sektion Ostbrandenburg des Wirtschaftsrates
Berlin-Brandenburg zu Gast bei der Yamaichi Electronics Deutschland Manufacturing GmbH in
Frankfurt (Oder). Das Unternehmen, das 1956 in Tokio gegründet wurde, hat sich
als international agierender Spezialist für hochwertige Steckverbinder-Lösungen
etabliert und bedient heute Kunden in Asien, Amerika und Europa. Trotz der
globalen Ausrichtung ist die Produktion fest in Frankfurt (Oder) verankert.
Rüdiger Kuhn, Vorsitzender der Sektion Ostbrandenburg, begrüße die Mitglieder und Gäste des
Wirtschaftsrates. ZuBeginn der Veranstaltung stellte Geschäftsführer Helge Puhlmann die Yamaichi Electronics
vor. Das Hightech-Unternehmen ist in zahlreichen Zukunftsbranchen aktiv, darunter die Halbleiterindustrie,
die Automobilwirtschaft, die Medizintechnik sowie industrielle Anwendungen. Innovation spielt dabei eine
zentrale Rolle: Mit bis zu 20 Patentanmeldungen pro Jahr, einem hohen Designanspruch und einem
umfangreichen Testlabor investiert Yamaichi kontinuierlich in Forschung und Entwicklung.
Im Anschluss an den Vortrag erhielten die Teilnehmer bei einer Führung durch das Werk einen Einblick
in die hochspezialisierte Fertigung am Standort Frankfurt (Oder). Dabei wurde deutlich, welche Bedeutung
qualifizierte Fachkräfte, moderne Produktionsbedingungen und verlässliche Rahmenbedingungen für den
Erfolg der Industrie haben.
In der Diskussion wurden außerdem die Herausforderungen des Wirtschaftsstandortes Deutschland angesprochen.
Insbesondere hohe Energiekosten, steigende Standortkosten, der Fachkräftemangel
sowie langsame Planungs- und Genehmigungsprozesse belasten die Wettbewerbsfähigkeit
vieler Unternehmen. Gerade das Tempo bei Verwaltungsverfahren wurde als
entscheidender Faktor für zukünftige Investitionen hervorgehoben.
An die Vorstellung des Unternehmens schloss sich ein Impuls von Dr. Axel Strasser,
Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt (Oder), zur Zukunft industrieller Wertschöpfung in
der Region an. Er betonte die vielfältigen Stärken der Stadt, die sich durch Industrie, Innovation
und einen leistungsfähigen Mittelstand auszeichne. Gleichzeitig machte er deutlich, dass
erfolgreiche Industrieansiedlungen funktionierende kommunale Strukturen sowie
eine leistungsfähige Verwaltung voraussetzen. Diese Bedingungen müssten
aktiv geschaffen werden, um Investitionen und Wachstum zu ermöglichen.
Trotz einer positiven Entwicklung der Produktivität stehen zahlreiche Ansiedlungsprojekte vor
Herausforderungen bei der Umsetzung. Besonders die Energieversorgung sowie die Geschwindigkeit
von Genehmigungs- und Verwaltungsverfahren seien zentrale Themen. Zudem gelte es, qualifizierte
Fachkräfte langfristig in der Region zu halten, um die Attraktivität des Standorts weiter zu stärken.
„Wir brauchen Wertschöpfung“, betonte Dr. Strasser mit Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung der Region.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit mit Polen.
Die enge wirtschaftliche Verflechtung müsse weiter ausgebaut werden, wobei Polen nicht nur als Nachbar,
sondern als strategischer Partner verstanden werden sollte. Eine leistungsfähige
Infrastruktur und gute Verkehrsverbindungen seien hierfür ebenso entscheidend
wie wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen. Gerade bei Unternehmensgründungen und
Investitionsvorhaben werde deutlich, dass Prozesse in Polen schneller umgesetzt
werden können als in Deutschland.
Der Besuch bei der Yamaichi Electronics zeigte eindrucksvoll, welches Innovationspotenzial in der Region
vorhanden ist. Gleichzeitig wurde deutlich, dass die Zukunft industrieller Wertschöpfung maßgeblich
davon abhängt, ob es gelingt, Wettbewerbsfähigkeit, Innovationskraft und effiziente Rahmenbedingungen
dauerhaft miteinander zu verbinden. Wir bedanken uns recht herzlich bei Herrn Dr. Strasser für seinen Impuls
und Herrn Puhlmann für die spannenden Einblicke in sein Unternehmen und seine Gastfreundschaft!