Natur für Tourismus – Wie Brandenburg seine natürlichen Potenziale als Wirtschaftsfaktor nutzt

Tourismus in Brandenburg braucht Investitionen, Bürokratieabbau und politische Verlässlichkeit

Unter dem Titel „Natur für Tourismus“ lud die Sektion Südbrandenburg des Wirtschaftsrates
Berlin-Brandenburg zu einer Veranstaltung in das Hotel am Spreebogen nach Burg
im Spreewald ein. Zum Auftakt begrüßte Gastgeberin und Hotelinhaberin Anita
Bordmann die Teilnehmer und stellte ihr Hotel vor. Das Haus wurde 1996
innerhalb von nur sechs Monaten errichtet und ist heute fester Bestandteil der
touristischen Infrastruktur im Spreewald. Gleichzeitig sprach sie ein Thema an,
das viele familiengeführte Unternehmen bewegt: die Unternehmensnachfolge.

Anschließend machte unser politischer Gast Kurt Fischer MdL (SPD), Generalsekretär der 
SPD Brandenburg und Sprecher für Verbraucherschutz und Tourismuswirtschaft im Landtag
Brandenburg deutlich, welche wirtschaftliche Bedeutung der Tourismus für
Brandenburg besitzt. Die Branche entwickle sich erfreulich, die Gästezahlen
seien positiv. Damit dieser Erfolg anhält, brauche es jedoch die richtigen
politischen Rahmenbedingungen. Im Mittelpunkt standen dabei der Abbau
bürokratischer Hürden, schnellere Genehmigungsverfahren sowie gezielte
Investitionen in die Infrastruktur. Auch Mittel aus dem Sondervermögen könnten
dazu beitragen, die touristische Entwicklung des Landes nachhaltig zu stärken.

Aus kommunaler Sicht berichtete außerdem Bernd Ragotzky, Bürgermeister der Gemeinde 
Burg (Spree-Neiße), über die Entwicklung des Kurortes. Das Bauen innerhalb des 
Biosphärenreservats sei zwar mit besonderen Herausforderungen verbunden, dennoch habe 
sich Burg in den vergangenen Jahren zu einem erfolgreichen Tourismusstandort entwickelt. 
Einen wesentlichen Anteil daran hätten neben der öffentlichen Hand vor allem private
Investoren, die den Standort kontinuierlich weiterentwickelt haben. Heute
vereint die Gemeinde mit rund 4.500 Einwohnern einen starken Mittelstand, eine
hohe touristische Attraktivität und ein lebendiges Gewerbe.

In der anschließenden Diskussion mit den Mitgliedern und Gästen des Wirtschaftsrates wurden 
weitere zentrale Herausforderungen für die Tourismuswirtschaft angesprochen. Diskutiert wurden
unter anderem die Bedeutung der EU-Förderung für regionale Projekte, die
Notwendigkeit, die Interessen Brandenburgs auf europäischer Ebene stärker einzubringen,
sowie der Ausgleich zwischen den Bedürfnissen von Tourismus und einheimischer
Bevölkerung. Ebenso wurde die hohe steuerliche und bürokratische Belastung von
Unternehmen thematisiert, die Investitionen erschwert und die
Wettbewerbsfähigkeit des Standorts beeinflusst.

Die Veranstaltung machte deutlich: Brandenburg verfügt über hervorragende Voraussetzungen als
Tourismusland. Damit dieses Potenzial auch künftig erfolgreich genutzt werden
kann, braucht es unternehmerische Initiative, investitionsfreundliche
Rahmenbedingungen und eine Politik, die Wachstum ermöglicht statt ausbremst.

Wir bedanken uns recht herzlich bei unserer Gastgeberin Frau Bordmann sowie unseren politischen Gästen Kurt
Fischer und Bernd Ragotzky für den offenen und konstruktiven Austausch!