Wo Höchstleistung trainiert wird – Impulse aus dem Spitzensport für Wirtschaft und Gesellschaft
Wie entstehen Spitzenleistungen –
und was können Wirtschaft, Politik und Sport voneinander lernen? Diese Frage
stand im Mittelpunkt der Veranstaltung der Sektion Westbrandenburg des
Wirtschaftsrates Berlin-Brandenburg im SportPark Luftschiffhafen in Potsdam. Gemeinsam
mit Prof. Dr. Jörg Steinbach, Wirtschaftsminister a.D. des Landes Brandenburg, Dr.
Matthias Frederichs, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Baustoffe –
Steine und Erden und Gordon Hoffmann, Minister für Bildung, Jugend und Sport
des Landes Brandenburg diskutierte der Wirtschaftsrat über die Parallelen
zwischen sportlichem Erfolg, wirtschaftlicher Wettbewerbsfähigkeit und den
Herausforderungen der Transformation. Im Rahmen einer Führung durch die
traditionsreiche Spitzensporteinrichtung erhielten die Teilnehmer außerdem Einblicke
in die Trainingsbedingungen zahlreicher erfolgreicher Athletinnen und Athleten.
Prof. Dr. Jörg Steinbach,
Wirtschaftsminister a.D. des Landes Brandenburg, betonte die zentrale Bedeutung
von Versorgungssicherheit und einer erfolgreichen Energiewende für den
Wirtschaftsstandort Deutschland. Bau- und Infrastrukturprojekte hätten eine Schlüsselfunktion
für die Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft. Voraussetzung hierfür
seien jedoch verlässliche regulatorische Rahmenbedingungen auf europäischer,
nationaler sowie regionaler Ebene. Kritisch bewertete Steinbach aktuell insbesondere die
hohen Belastungen für Eigentümer im Gebäudemodernisierungsgesetz, während ein
wirksamer Bürokratieabbau bislang ausbleibe. Darüber hinaus hob er die
Bedeutung von Wasserstoff, Kreislaufwirtschaft sowie Digitalisierung und
Künstlicher Intelligenz hervor. Unternehmen müssten offen für neue Technologien
sein, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.
Dr. Matthias Frederichs,
Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Baustoffe – Steine und Erden, richtete
den Blick ebenfalls auf die Bauwirtschaft. Qualität, Sicherheit und Effizienz
seien zentrale Anforderungen an modernes Bauen. Gleichzeitig machte er
deutlich, dass Bauprojekte häufig an langwierigen Genehmigungs- und
Planungsverfahren scheiterten. „Bauen ist ein regionales Thema“, betonte
Frederichs und forderte eine stärkere Priorisierung sowie beschleunigte
Prozesse. Angesichts der ambitionierten Klimaziele seien sowohl Neubau als auch
energetische Sanierung unverzichtbar. Die schwierige wirtschaftliche Lage und
verschiedene Krisen hätten den Wohnungsbau zuletzt erheblich belastet. Dennoch
gebe die weiterhin vorhandene Nachfrage Anlass zur Zuversicht.
Gordon Hoffmann, Minister für
Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg, zog Parallelen zwischen
Spitzensport und wirtschaftlichem Erfolg. Exzellenz entstehe dort, wo
Potenziale früh erkannt und über einen langen Zeitraum konsequent gefördert
würden. Dies gelte für den Sport ebenso wie für Unternehmen. Talente benötigten
verlässliche Rahmenbedingungen, Kontinuität und gezielte Unterstützung, um ihr
Potenzial entfalten zu können. Leistung und Bildung stünden dabei nicht im
Widerspruch, sondern seien miteinander vereinbar. Minister Hoffmann hob
insbesondere die Bedeutung guter Übergänge in entscheidenden Entwicklungsphasen
hervor. Disziplin, Ausdauer und Konsequenz seien sowohl im Spitzensport als
auch in der Wirtschaft wesentliche Erfolgsfaktoren. Zudem seien attraktive
Standorte entscheidend, um Talente langfristig zu gewinnen und zu halten.
Insgesamt verdeutlichte die Diskussion,
dass Spitzenleistungen in Sport und Wirtschaft ähnliche Voraussetzungen
benötigen: langfristige Perspektiven, verlässliche Rahmenbedingungen, gezielte
Förderung und den Mut, neue Wege zu gehen. Der SportPark Luftschiffhafen in Potsdam bot nicht nur den passenden Rahmen, sondern auch ein anschauliches Beispiel
dafür, wie nachhaltige Förderung und Kontinuität zu herausragenden Erfolgen
führen können. Wir bedanken uns recht herzlich bei unseren Rednern und dem
SportPark Luftschiffhafen für die Gastfreundschaft.