Wohnraumnot in Berlin. Licht am Ende des Tunnels?

Podiumsdiskussion zum Wohnraummangel in Berlin: Lösungsansätze und Herausforderungen im Bauwesen.

Am Mittwoch führte der
Wirtschaftsrat der CDU e.V., Landesverband Berlin-Brandenburg, eine
Podiumsdiskussion zum Thema Wohnraumnot in Berlin. Im Zuge dessen diskutierten
Mitglieder und Gäste des Wirtschaftsrates mit hochkarätigen Impulsgebern wie
dem Staatssekretär für Bauen und Amtschef Alexander Slotty (SPD); dem Sprecher
für Wohnen und Miete Herr Dr. Ersin Nas MdA (CDU); dem CEO und Founder der
Kronberg Gruppe Herr Dr. Martin Hellweger; dem Leiter der Bereichs
Wohninvestments CRE, Berlin Hyp Herr Dirk Jörns sowie dem Vorstandsmitglied der
degewo Herr Christoph Beck. Moderiert wurde die Veranstaltung durch Herrn
Markus Weigold, Partner bei Drees & Sommer SE.

Das Thema Bauen bleibt ein
zentrales Dauerthema der politischen Debatte. Im Zuge der Podiumsdiskussion
wurden relevante Maßnahmen zur Beschleunigung von Bauvorhaben durch
Staatssekretär Slotty positiv hervorgehoben. Mit Instrumenten wie dem
sogenannten „Bauturbo“, dem Schneller-Bauen-Gesetz sowie der Initiative
„Einfach Bauen Berlin“ wurden bereits verschiedene Schritte unternommen, um
Planungs- und Genehmigungsverfahren zu vereinfachen und zu verkürzen. Ein
erster Trend sei bereits erkennbar: Die Zahl der Baugenehmigungen ist im Jahr
2025 gestiegen.

Vor diesem Hintergrund bleibe die
Schaffung von bezahlbarem Wohnraum - insbesondere in der Hauptstadt - eine
zentrale Herausforderung. Laut Dr. Nas müsse das Ziel sein, Wohnraum für alle
Bevölkerungsgruppen zu schaffen und langfristig zu sichern. Eine konsequente Einhaltung
der Mietpreisbremse spiele dabei eine wichtige Rolle. Gleichzeitig gelte es,
staatliche Eingriffe in den Wohnungsmarkt maßvoll zu gestalten, um private
Investitionen nicht zu hemmen und die notwendigen Neubauaktivitäten auch künftig
zu ermöglichen.

Zugleich wurden erhebliche
Investitionshemmnisse kritisiert. Aus Sicht der Kreditwirtschaft sei das
Investitionsumfeld derzeit mit Unsicherheiten verbunden, was die Finanzierung
von Bauvorhaben erschwert. Insbesondere die hohen Baukosten wirken dämpfend auf
den Neubau und schränken die wirtschaftliche Umsetzbarkeit vieler Projekte ein.

Darüber hinaus wurden die hohen
Grundstückspreise vor allem für den sozialen Wohnungsbau als zentrales Problem
beschrieben, da sie die Wirtschaftlichkeit vieler Projekte erheblich
einschränken. Um dem entgegenzuwirken, sei die konsequente Umsetzung der
Maßnahmen im Rahmen des „Bauturbo“ entscheidend, da nur so neuer Wohnraum
geschaffen werden könne. Ergänzend dazu seien weitere Standardisierungen im
Bauwesen erforderlich, um Kosten zu senken, Prozesse zu vereinfachen und den
Wohnungsbau insgesamt effizienter zu gestalten.

Des Weiteren betonte Dr. Nas die
Relevanz von Sicherheit und Planbarkeit im Bauwesen. Um diese zu gewährleisten,
müssen Prozesse weiter beschleunigt und Zuständigkeiten klarer geregelt werden.
Die derzeitige Aufteilung der Verantwortlichkeiten zwischen Bezirken und Senat
werde dabei aktuell als problematisch wahrgenommen und führe zu Verzögerungen
bei Genehmigungen.

Auch in der anschließenden
Fragerunde standen zentrale Themen im Fokus: die teils komplexe
EU-Gesetzgebung, insbesondere im Bereich Artenschutz, das vergleichsweise
geringe Wohneigentum in Berlin sowie der bevorstehende Wahlkampf in der
Hauptstadt.

Wir bedanken uns herzlich bei
Staatssekretär Alexander Slotty (SPD); Dr. Ersin Nas MdA (CDU); Dr. Martin
Hellweger, Kronberg Gruppe; Dirk Jörns, Berlin Hyp sowie Christoph Beck, degewo,
für die spannende Diskussion und freuen uns schon jetzt auf den nächsten
Austausch! Ebenfalls bedanken wir uns bei der ista SE für die Gastfreundschaft.