Erhöhung des Angebotes sorgt für einen wirklichen Umstieg auf den ÖPNV

Beim Business Lunch der
Sektion Bremen stand das Thema „Entwicklung des ÖPNV in Bremen“ im Diskussionsfokus.
Sektionssprecher Matthias Blümel begrüßte hierzu als Referenten Thorsten Harder,
Vorstand für Technik bei der Bremer Straßenbahn AG (BSAG).
Der studierte Diplom-Ingenieur
wechselte nach projektbezogenen Tätigkeiten bei der Deutsche Bahn AG im Januar
2012 zur S-Bahn Hamburg GmbH. Von Sommer 2016 bis Ende 2021 verantwortet er
dort als Geschäftsführer Produktion und Technik unter anderem die Themen
Betrieb, Flotte und Instandhaltung. Seit dem 01. Januar 2022 ist Harder bei der
BSAG tätig.
Er machte in seinem Impuls
deutlich, dass er derzeit an zwei großen Zukunftsprojekten arbeite. Dies sei
zum einen die deutliche Erhöhung des Fahrtenangebotes sowie zum anderen die
nachhaltige Umstellung der Busflotte auf Elektroantriebe. „Die Einführung des
49 Euro-Tickets reicht nicht aus, um einen hinreichenden Anreiz zur
Nutzungserhöhung des ÖPNV zu gewährleisten. Es braucht insbesondere eine
immense Erhöhung des Fahrtenangebotes“, stellte Harder fest. „Das Ziel muss es
sein, dass wir zukünftig auf Fahrpläne verzichten können. Wir benötigen in der
Hauptverkehrszeit einen durchgängigen Takt von 5 Minuten und ein Drittel mehr
Busse und Bahnen, damit wir dieses wichtige Ziel erreichen können. Um die
Reisegeschwindigkeit auf den Hauptlinien zu erhöhen, bedarf es darüber hinaus
der Einführung von Metrobuslinien.“. Zudem erläuterte der BSAG-Vorstand, dass es
in den kommenden Jahren einen weiteren Betriebshof brauche, damit der erhöhte
Fahrzeugbedarf untergebracht werden könne.
„Als ein zweiter Schwerpunkt
beschäftigen uns zurzeit die Klimaschutzziele und die damit verbundene vollständige
Umstellung unseres Busfuhrparks auf elektrische Motoren bis 2036“, so Harder. „Wir
werden in Kürze 50 neue Elektrogelenkbusse in Bremen erhalten, die von
Mercedes-Evobus und dem spanischen Hersteller Irizar produziert werden. Nach
der Auslieferung und der Schaffung von hinreichender Ladeinfrastruktur können
diese Fahrzeuge zum Einsatz kommen. Die unentbehrliche und kostenintensive
Ladeinfrastruktur sowie die Beschaffung der Elektrofahrzeuge wird durch
Bundesmittel gefördert.“
Auf Wünsche an die politischen
Entscheidungsträger angesprochen, forderte Thorsten Hader, mehr Offenheit der
Politik gegenüber alternativen Finanzierungsmodellen für Fahrzeuge und
Infrastruktur.