Wirtschaftsrat Bremen fordert Stahlgipfel mit konkreten Ergebnissen

Der Wohlstand in Bremen hängt an einer wettbewerbsfähigen Stahlindustrie

Bremen,
05.11.2025
- Der
Landesverband Bremen des Wirtschaftsrates fordert von dem am Donnerstag bei
Bundeskanzler Friedrich Merz stattfindenden Stahlgipfel konkrete Ergebnisse.
Insbesondere die hohen Energiekosten gelten als eine der größten Belastungen
der Stahlindustrie. Daher fordert der Wirtschaftsrat strukturelle
Verbesserungen beim Stromsystem, wie sie von Bundeswirtschaftsministerin
Katherina Reiche im Rahmen des Energiewendemonitorings angekündigt wurden.
Darüber hinaus müssen die bestehenden Entlastungen bei den Netzentgelten für
stromintensive Unternehmen auch in der Stahlindustrie in Bremen in vollem
Umfang beibehalten werden.

„Das Bremer
Stahlwerk steht aufgrund einer jahrelang ideologisch geprägten Industriepolitik
bereits vor existenziellen Herausforderungen. Es ist daher dringend notwendig,
wettbewerbsfähige Voraussetzungen zu schaffen und dem Werk endlich die nötige
Planungssicherheit zu geben. Liefert der Stahlgipfel jetzt keine klaren und
verbindlichen Ergebnisse, droht ein massiver Stellenabbau und die industrielle
Zukunft der gesamten Region steht auf dem Spiel“, erklärt Jörg Müller-Arnecke,
Landesvorsitzender des Wirtschaftsrates Bremen.

Das zweite
große Problem sind Billigimporte, insbesondere aus Ländern mit Überkapazitäten.
Der Wirtschaftsrat in Bremen fordert daher von der Bundesregierung die Erhöhung
von Zöllen auf Stahlimporte. Stahl ist ein Grundpfeiler der Industrie und
aufgrund seiner Bedeutung auch für die Rüstungsindustrie kein beliebiges
Produkt, sondern eine der Grundlagen der strategischen Souveränität der
Bundesrepublik Deutschland.

Insgesamt
benötigt die Stahlindustrie verlässliche Rahmenbedingungen für Transformation
und Wettbewerbsfähigkeit und im Einzelfall auch staatliche Unterstützung bei
der Umstellung auf CO₂-ärmere Herstellungsverfahren, zum Beispiel durch Vorrang
für heimisch produzierten Stahl bei öffentlichen Aufträgen beziehungsweise
Infrastrukturprojekten. Der Stahlgipfel darf daher kein einmaliges Ereignis
bleiben, sondern muss Teil einer dauerhaften Strategie zur Sicherung der
Branche sein. In drei Monaten müssen die Beteiligten erneut zusammenkommen, um
zu prüfen, ob die Beschlüsse umgesetzt wurden.