Jour Fixe mit Estelle Göger

Jour fixe des Wirtschaftsrates Brüssel mit Estelle Göger, stellv. Kabinettschefin des Exekutiv-Vizepräsidenten Stéphane Séjourné

Corinna Grajetzky, Vorsitzende des Wirtschaftsrates Brüssel,
begrüßte am 19. März 2026 in Brüssel Estelle Göger zu einem Austausch über den
Industrial Accelerator Act sowie die Stärkung und Sicherung der
Wettbewerbsfähigkeit der Europäischen Union. Estelle Göger ist die stellvertretende
Kabinettschefin des Exekutiv-Vizepräsidenten der Europäischen Kommission,
Stéphane Séjourné.

Der Jour fixe fand zu einem politisch besonders relevanten
Zeitpunkt statt: Zeitgleich tagte am 19. und 20. März 2026 der Europäische Rat
zur Wettbewerbsfähigkeit; zudem wurden am 18. März der Vorschlag zum „28th
Regime“ und am 4. März der Industrial Accelerator Act veröffentlicht.

In ihrem Impuls ordnete Göger den Industrial Accelerator Act
in die aktuelle wettbewerbs- und industriepolitische Agenda der Europäischen
Union ein. Der Vorschlag gilt als zentrales, zugleich jedoch kontrovers
diskutiertes Vorhaben der Kommission. Er soll Investitionen beschleunigen, die
industrielle Produktion in Europa stärken und Genehmigungsverfahren effizienter
gestalten

Breiten Raum nahmen bei der nachfolgenden Diskussion Fragen
zur konkreten Ausgestaltung des Vorschlags ein. Im Fokus standen insbesondere
Herkunftsvorgaben im Sinne von „Made in Europe“, die europäische Beschaffung
sowie die Balance zwischen Resilienz, Offenheit und Wettbewerbsfähigkeit.
Diskutiert wurde ferner, wie praktikabel solche Vorgaben für Unternehmen
unterschiedlicher Größe und für komplexe Lieferketten sind und wie
investitionsfreundliche Rahmenbedingungen geschaffen werden können, ohne
zusätzliche Unsicherheiten auszulösen.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Weiterentwicklung des
Binnenmarkts, der Energiepolitik sowie strategischer Industrieökosysteme. In
diesem Zusammenhang wurde auch auf das „28. Regime“ Bezug genommen, das eine
grenzüberschreitende Gründung von Unternehmen durch einheitlichere Regeln ermöglichen
soll. Vor dem Hintergrund hoher Energiepreise und wachsender geopolitischer
Unsicherheiten wurde betont, dass Wettbewerbs-, Industrie- und Energiepolitik
in Europa künftig noch enger verzahnt werden müssen.











Dabei wurde deutlich, dass eine nachhaltige Stärkung der
europäischen Wettbewerbsfähigkeit nicht nur neue industriepolitische
Instrumente erfordert, sondern auch Fortschritte beim Binnenmarkt, schnellere
und digitalere Verfahren, weniger Bürokratie und bezahlbare Energie.