Mitgliederversammlung mit der Hamburger Wirtschaftssenatorin Dr. Melanie Leonhard

Hamburger Wirtschaftspolitik im Fokus


Einstimmig bestätigte die Mitgliederversammlung den Landesvorsitzenden 
Thies G.J. Goldberg für zwei weitere Jahre im Amt. In ihrer Rede vor den
versammelten Mitgliedern sprach Senatorin Dr. Melanie Leonhard, Präses der
Behörde für Wirtschaft und Innovation der Freien und Hansestadt Hamburg, 
über die Hamburger Wirtschaftspolitik der nächsten Jahre.

Zunächst ging Dr. Leonhard auf die aktuellen Herausforderungen für die Hamburger Wirtschaft ein:
 „Wir erhalten sehr alarmierende Signale von der Industrie hier am Standort. Das betrifft
insbesondere die, die mit ihren Produkten im globalen Wettbewerb stehen, aber
unsere heimischen Strompreise zahlen müssen und die heimischen Lohnkosten haben.“
Im Durchschnitt habe das einen Rückgang bei der Industrie in Hamburg zur Folge.
Gemeinsam mit anderen Bundesländern habe Hamburg sich deshalb entschlossen, das
Thema Industriestrompreis beziehungsweise das Strommarktdesign insgesamt in
Deutschland konkret anzugehen. Zweitens brauche es eine ökologische
Modernisierung der Wirtschaft, wozu auch solche Themen wie die Schaffung eines
eigenen Areals im Hamburger Hafen zum Ausbau der erneuerbaren Energien unter
der Überschrift Sustainable Energy Hub gehörten.

Die dritte Herausforderung sei alles, was aus der
voranschreitenden Digitalisierung folge: „Wir haben hier noch eine gewisse
Aufgabe, dass dieses Thema in den Unternehmen, der Verwaltung und der Politik
ankommt und als Chance wahrgenommen wird“, erklärte die Senatorin.

Als Rahmen der Hamburger Wirtschaftspolitik habe man
verschiedene Strategien für die nächsten Jahre entwickelt. Die regionale
Innovationsstrategie beinhalte die Themen Innovationsförderung,
Gründungsförderung und Startups. Anders als andere Standorte wolle man sich
dabei auf Branchen konzentrieren in denen Hamburg schon stark ist: „Das ist das
Thema Logistik, das ist das Thema Life-Science, das ist das Thema Deep-Tech. Rund
ums DESY sind wirklich bemerkenswerte Unternehmensgründungen erfolgt, die
großen Einfluss auf verschiedene Branchen haben und die weltweit viel mehr
beachtet werden als hier in Hamburg. Das betrifft das Spektrum der molekularen
Biologie genauso wie bildgebende Verfahren jenseits der Medizintechnik“, so Dr.
Leonhard. Gemeinsam mit dem Industrieverband und der Handelskammer habe man den
Masterplan Industrie geschlossen, um auch im Stadtstaat Hamburg weiter Flächen
für industrielle Entwicklung, sowohl für Neuansiedlung als auch für
Unternehmensentwicklung, bereit zu halten. „Das ist etwas das ich, aber auch
der Senat, für extrem bedeutsam hält, denn wir müssen Entwicklungsperspektiven
hier am Standort bieten, was Räume betrifft“, erläuterte sie. Neben Fragen zur
Fachkräftesicherung und Fachkräftezuwanderung gehe es darüber hinaus beim
Masterplan für das Handwerk auch um Flächensicherung.

Ein zentraler Aspekt ihrer Rede war die Bedeutung des
Hamburger Hafens für die Wirtschaft. Dieser sei – trotz aller Herausforderungen
– eine zuverlässige Anbindung der deutschen Wirtschaft an internationale Märkte.
Über Hamburg würden weiterhin wesentliche Lieferbeziehungen auch für große
Unternehmen jenseits der Stadtgrenzen bis hin nach Südosteuropa abgebildet. Der
Hamburger Hafen sei nicht nur ein Umschlagplatz für Waren, sondern vor allem
auch ein großes Industriegebiet und stark durch die angesiedelte Industrie: „Wir
haben eine starke lokale Cargoquote, sind insgesamt ein starker Wirtschaftsraum
und trotz aller Abhängigkeiten und Schwankungen viel stabiler in der
Gesamtperformance als zum Beispiel Standorte, die im Wesentlichen zum
Warenumschlag dienen und wo kaum Ladung vor Ort bleibt.“