Politischer Lunch mit Ministerpräsident Daniel Günther

Mentalitätswechsel in Deutschland gefordert

Vor
über 120 anwesenden Mitgliedern und Gästen im Hafen-Klub Hamburg sprach Daniel
Günther MdL, CDU-Landesvorsitzender und Ministerpräsident in Schleswig-Holstein,
beim Politischen Lunch des Wirtschaftsrates Hamburg.


In
seinen Ausführungen forderte Daniel Günther im Angesicht der aktuellen Krisen
einen Mentalitätswechsel in Deutschland und sprach sich dafür aus, den Menschen
dies auch ehrlich zu sagen: „Jetzt wäre eigentlich die Zeit dafür da, um den
Leuten mal viel schonungsloser und ehrlicher zu sagen, dass wir in einer
Situation sind, in der wir nicht in Lethargie verfallen dürfen. Zu glauben,
dass nach den vielen Krisen wieder Normalität in Deutschland einziehen wird,
ist eine völlige Illusion.“ Die derzeit in Deutschland geführten Diskussionen
hätten überhaupt nichts mit den aktuellen Herausforderungen zu tun.


Als
Beispiel führte er u.a. den Fach- und Arbeitskräftemangel an. Es könne niemand
beiseitegelassen werden. Die Menschen müssten dazu gebracht werden eine Arbeit
aufzunehmen und dazu bereit sein, auch bis ins höhere Alter beruflich tätig zu
sein. „Wir belügen uns die ganze Zeit mit unseren Debatten, die wir über Renten
führen, in die wir Steuergelder ohne Ende pumpen und alle miteinander wissen, dass
wir eigentlich in diesen Zeiten auf niemanden verzichten können“, erklärte der
Ministerpräsident und ergänzte: „Wir reden die ganze Zeit über die 35-Stunden-Woche
und die 4-Tage-Woche und sind alle nur noch im Homeoffice unterwegs. Das ist
alles schön und gut, aber glaubt jemand, wenn wir diese Mentalität nicht zu
einem Wandel bringen, dass wir irgendwie die Herausforderungen der Zukunft
bestehen werden?“ Es müsse auch mal wieder ausgesprochen werden, dass Leistung
sich lohnt.


Auch
mit dem Thema Verantwortung müsse wieder ganz anders umgegangen werden. „Wir
alle regen uns über zu viel Bürokratie auf aber seien wir ehrlich, das liegt
auch daran, dass wir keine Verantwortung mehr in vielen Bereichen übernehmen
wollen und dass irgendjemand sich immer ungerecht behandelt fühlt“, so Günther.
Für Bürokratieabbau benötige es einen dramatischen Mentalitätswandel in der
Gesellschaft und die Akzeptanz dafür, dass weniger Bürokratie auch mal wieder
eine gewisse Ungerechtigkeit bedeuten kann. „Wir brauchen weniger Bürokratie,
wir brauchen mehr Freiräume und wenn wir dieses Überregulieren, dieses alles
muss vom Staat genau geregelt und kontrolliert werden, wenn wir das in Europa,
in Deutschland und bei uns im Norden nicht ändern, werden wir sehen, wie wir
Jahr für Jahr unser Wohlstandsniveau nicht mehr werden halten können.“










Im
Anschluss stand Daniel Günther noch für eine ausgedehnte Fragerunde zur
Verfügung, die bei herrlichem Blick über die Landungsbrücken ausgiebig genutzt
wurde.