Schnelleres Planen und Bauen: Politik im Austausch mit der Hamburger Immobilienwirtschaft

Der konzentrierte politisch-fachliche Austausch zur Immobilienwirtschaft mit namhaften Politikern
und gut 80 Entscheidern fand zum provokant formulierten Thema „Bauturbo oder
Bullshit?", angelehnt an die zum 1.1.2026 eingeführte neue Hamburgische
Bauordnung, statt. Moderiert von Robert Heinemann, dem Vorsitzenden der
Landesfachkommission „Immobilienwirtschaft“, diskutierten auf dem Podium der
Beauftragte der Bundesregierung für Tourismus und maritime Wirtschaft Dr.
Christoph Ploß MdB, die ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete und künftiger
Vorstand der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben Dorothee Martin und die
finanzpolitische Sprecherin der Grünen Bundestagsfraktion, Katharina Beck MdB
bei Immobilienmakler Jones Lang Lasalle (JLL).
Nach der Begrüßung durch den neuen JLL-Standortleiter Alexander von Bülow und seinem
Vorgänger Richard Winter, ging es direkt zu den Themen wie Hamburg Standard, Serielles Bauen und
kommunale Wärmeplanung umsetzen könne: Dr. Christoph Ploß kündigte an, dass mit
dem in Kürze kommenden Gebäudemodernisierungsgesetz pragmatische Regelungen für
die Wärmeversorgung gefunden werden würden. Es müsse jetzt „gelingen,
Wirtschaftswachstum zu erzeugen“. Dorothee Martin stellte fest: „Auch
wenn es noch viele Verbesserungsnotwendigkeiten gibt, hat der Gesetzgeber
gehandelt.“ Jetzt seien die kommunalen Entscheider und die Projektentwickler gefragt.
Katharina Beck forderte Fortschritte bei der Kapitalmarktunion, um Europas
Kapitalmärkte attraktiver und stärker zu machen - auch, um zusätzliches Kapital
für Wohnungsbau und andere Immobilieninvestitionen anzuziehen.
Früher hoch umstrittene Themen wie die Reduzierung der
Energiestandards und die Erhöhung der Baukostenobergrenze bei Nutzung der
Sonderabschreibungen wurden auf dem Podium einheitlich befürwortet. Klare
Unterschiede gab es aber weiterhin bei der Frage, ob das heutige Mietrecht noch
in die Zeit passt. Für Dr. Christoph Ploß machte es „Mobilität oft unmöglich,
schützt unabhängig vom Einkommen und erschwert notwendige Sanierungen.“ Katharina
Beck forderte hingegen angesichts der für viele Menschen unbezahlbaren
Neubaumieten eine Ausweitung der Mietpreisbremse.