Abbau der Überregulierung und neue Partnerschaften fördern Wohnungsbau

Sektion Limburg-Weilburg

Zwei Wege können zum Abbau des Wohnungsmangels
führen: Abbau der Überregulierung sowie die Partnerschaft von öffentlicher Hand
und privaten Vorhabenträgern.“, so lautet die Bilanz einer Veranstaltung des
Wirtschaftsrates Sektion Limburg-Weilburg zur aktuellen Wohnungsmarktsituation.
Im Landkreis Limburg-Weilburg fehlen 1.500 Wohnungen, so der 1.
Kreisbeigeordnete Jörg Sauer
, die Zahl der Baugenehmigungen für den privaten
Wohnungsbau ist von 2021 nach 2022 von 1.300 auf unter 700 regelrecht „abgestürzt“.
Für Klaus Rohletter von der Albert Weil AG bietet die Partnerschaft von
privaten Vorhabenträgern und Kommunen die Chance, neue Baugebiete zu schaffen
und dem allgemeinen Personalmangel abzuhelfen. Für Obermeister Thomas Jeckel
von der Bauhandwerksinnung Limburg-Weilburg stellt sich die Situation beim
Wohnungsbau „trübe“ dar, zu wenig Arbeit führe zur Abwanderung von Fachkräften,
dabei liege die Situation nicht am Handwerk „Wir stehen bereit, und Aufträge
vor Ort stärken hier alle“.

Eigentlich sind die Voraussetzungen im Landkreis
Limburg-Weilburg als gut zu bezeichnen: Verkehrswege und Schulen, Nahversorgung
und Medizin sind gegeben; der Landkreis hat 200 Millionen € in die Schulen
investiert, in Weilburg wird ein neues Krankenhaus gebaut und in Limburg werden
für den Sitz der Kreisverwaltung 10 Millionen bereitgestellt. Und trotzdem
fehlten Wohnungen.

Einig waren sich die Gesprächsteilnehmer, dass die
Überregulierung dringend konsequent abgebaut werden muss, denn sie verteuere
das Bauen unnötig, hier sind Land und Bund gefordert. Entscheidend für das
Bauen ist dringend wieder Verlässlichkeit in Vorschriften und Förderung: „Über
Nacht werden Förderprogramme geändert“. Die Grunderwerbssteuer müsse halbiert
werden, von 6 auf 3 Prozent. Die Kommunen müssen Bauland ausweisen. Die
Bauämter benötigen dringend Personal oder mehr Aufgaben müssen in die
Privatwirtschaft verlagert werden, um das Bauen für Wohnen und Wirtschaft zu
fördern, ja teilweise überhaupt erst wieder zu ermöglichen. Generell sei
festzustellen, dass die allgemeine Verunsicherung dazu führe, dass deutlich
weniger in den Wohnungsbau investiert werden, vieles sei auch eine Frage der
Psychologie „Glaube an die Zukunft!“.

Zu Beginn hatten Sektionssprecher Tobias Herbst vom
Wirtschaftsrat und Geschäftsführer Prof. Dr. med. Burkhard Schütz (biovis) die
40 Gesprächsteilnehmer aus der Wirtschaftswelt begrüßt. Gastgeber war das
Unternehmen „biovis DIAGNOSTICS“ (Limburg), das 280 Mitarbeiter beschäftigt und
eines der modernsten Labore in Europa ist mit dem Schwerpunkt „Chronische
Erkrankungen“; das Unternehmen bietet Diagnose und Therapievorschlag aus einer
Hand und ist international aufgestellt, bei Kunden aus 35 Ländern.