Das EU-„Geldwäschepaket“ – Ein Meilenstein in der Geldwäscheprävention

Das Unternehmernetzwerk Finanzplatz Frankfurt im Gespräch.

Nach der Begrüßung durch den Netzwerksprecher Dr. Carsten Lehr, hatten die ingeladene Gesprächspartner Hessischer Finanzminister Michael
Boddenberg, Ph.D. Marcus Pleyer, ehemaliger Vorsitzender der Financial
Action Task Force (FATF) und Abteilungsleiter des Bundesministeriums der
Finanzen, und Hubertus Väth, Geschäftsführer des Frankfurt Main Finance
e.V., Gelegenheit, Keynote-Vorträge zu halten.

Michael Boddenberg erklärt Geldwäsche aus politischer Perspektive.

Dabei
sprach er drei Kernfragen an: Bargeldgrenzen, mögliche
Behördenstandorte in Frankfurt und die föderale Struktur Deutschlands,
die die Geldwäschebekämpfung erschwert.

Zu Beginn seiner Keynote ordnete Dr. Marcus Pleyer
das Geldwäschepaket fachlich ein. Anschließend erläuterte er die enge
Verzahnung der europäischen Bankenaufsicht im Rahmen des SSM (Einheitlichen
Überwachungsmechanismus) sowie der europäischen Anti-Geldwäschebehörde (kurz
AMLA). In dieser Konstellation sieht er gute Chance für die Ansiedlung in Frankfurt am Main. Zum
Abschluss gewährte er noch einen Einblick in den aktuellen Stand des Gesetzes
und der möglichen alternativen Ansiedlungsorten.

In seiner Funktion als Geschäftsführer des Frankfurt
Main Finance e.V. berichtete Hubertus Väth über die Bewerbung für die
Ansiedlung der AMLA in Frankfurt am Main anhand von drei Argumentationslinien. Seiner
Meinung nach ist die AMLA gut für die Wettbewerbsfähigkeit der EU. Dabei
benötigt der Standort eine Internationalität im Denken und in der Arbeitsweise.
Diese kann Deutschland und insbesondere Frankfurt vorweisen. Ein weiteres
Argument für die Ansiedlung in Frankfurt ist die Qualität der Aufsicht in
Deutschland und in der EU - nicht zuletzt durch die Europäische Zentralbank/den
SSM in Frankfurt. Das letzte Pro-Argument war die in Frankfurt vorhandene und notwendige Technologie für Rechenzentruminfrastruktur
als der weltgrößte Internetknoten.