Jahresauftakt mit U.S.-Generalkonsul Norman Thatcher Scharpf und Heraeus-CEO Jan Rinnert
Die
westlichen Demokratien stehen vor großen Aufgaben. Geopolitische
Machtverhältnisse verändern sich, der Klimawandel erfordert neue
energiepolitische Antworten und der digitale Fortschritt mit Einführung von
Künstlicher Intelligenz wird Unternehmen so stark verändern wie nie zuvor. Die
Suche nach Antworten und Lösungen stellt die westlichen demokratischen
Gesellschaften vor enorme Herausforderungen. Über die unterschiedliche
Ausgangssituation von Deutschland, Europa und den USA, deren
Gestaltungsmöglichkeiten und welche Rolle die transatlantische Zusammenarbeit
für die Zukunft spielt, haben U.S. Generalkonsul Norman Thatcher Scharpf
und der CEO der international agierenden Heraeus-Gruppe, Jan Rinnert,
mit zahlreichen Vertretern des Wirtschaftsrates diskutiert.
Scharpf und Rinnert
betonten in ihren Keynotes die Wichtigkeit einer stabilen Partnerschaft
zwischen den USA und der Europäischen Union sowie vor allem Deutschland. Die
große Bedeutung Deutschlands für die USA und die transatlantischen Beziehungen
zeigt sich auch daran, dass sie in Frankfurt ihr weltweit größtes Generalkonsulat
haben. Scharpf betonte, dass die USA Interesse an einem wirtschaftlich
starken Deutschland haben, dass seine NATO-Verpflichtungen erfüllt. Rinnert
unterstrich, dass Deutschland mehr Verantwortung übernehmen muss, wenn es für
die USA ein zuverlässiger, vertrauenswürdiger Partner bleiben will. Beide
bestätigten aber auch, dass die aktuellen geopolitischen Veränderungen Auswirkungen
auf die transatlantische Partnerschaft haben. Gemeinsam können Europa und die
USA den neuen globalen Herausforderungen begegnen, jedoch führt die damit
verbundene notwendige Anpassung an veränderte externe
Rahmenbedingungen zu Verunsicherung bei Unternehmen und der Gesellschaft. Eine
positive Haltung, so beide, sei demnach zentral für einen erfolgreichen Wandel.
In der Diskussion mit den Teilnehmern ist auch der unterschiedliche
Umgang mit Migration thematisiert worden sowie die Einschätzung der USA zum
Krieg Russlands in der Ukraine. Rinnert mahnte abschließend an, dass die
Europäische Union sich noch viel stärker integrieren müsste und sein Potential
effektiver nutzen muss, auch für den Fall, dass die USA ihre bisherige
Unterstützung zurückfahren werden. Die Europäische Union sei ein Garant für
Frieden und Wohlstand in Europa. Es gäbe in vielen Sektoren erhebliches
Potential für Wachstumsimpulse, zum Beispiel durch eine europäische
Kapitalmarktunion.
Wir bedanken
uns recht herzlich bei Dr. Stefan Povaly und J.P. Morgan
für die Gastfreundschaft und den tollen Abend.