Hanau stellt sich mit neuen Projekten dem Innenstadtsterben
Die deutschen Innenstädte stehen aktuell so großen
Herausforderungen gegenüber wie noch nie zuvor. Die Konkurrenz durch den
Online-Handel setzt viele Einzelhändler unter Druck. Des Weiteren führen
innerstädtische Mietsteigerungen zu Leerständen und Qualitätsverlust im
Stadtzentrum. Die Stadt Hanau tritt diesen Problemen mit dem Projekt „HANAU
aufLADEN“ proaktiv entgegen, um das Stadtleben kreativ und ganzflächig zu
erneuern.
Martin Bieberle, Geschäftsführer der Hanau Marketing
GmbH und zuständig in Hanau für die Stadtentwicklung, erklärte das Ziel des
Projektes: „Ziel ist es, gute Geschäftsmodelle zu entwickeln und wichtige
bestehende Geschäfte zu erhalten. Gleichzeitig soll aber auch die
Digitalisierung im Einzelhandel gefördert werden.“ Die Stadt Hanau kauft
deswegen Grundstücke und Immobilien an Schlüsselstellen auf, um diese dann als
Gewerbefläche oder als Wohnung weiter zu verkaufen oder zu vermieten.
Die Idee ist, dass vor allem junge Menschen sich im
Einzelhandel mit ihren Ideen ausprobieren können. Diese können mit sogenannten
„Pop-up-Stores“ zu reduzierter Miete ihr Geschäft in der Hanauer Innenstadt
eröffnen. Nach einer gewissen Probezeit schließen sie entweder wieder oder bei
gutgehendem Geschäft können sie dann die Fläche kaufen oder zum regulären
Mietpreis weiter betreiben. Die Stadt erhält dadurch eine attraktive und sich
immer wieder ändernde Geschäftswelt mit einzigartigen Läden.
Gleichzeitig will Hanau die Stadt durch Förderung
von mehr Kunst auch bunter gestalten. „Wir wollen weg von den Filialisten und
Betonbauten. Hanau soll als bunte, agile Stadt bekannt werden. Hier stehen wir
auch mit anderen Städten im Austausch und Dialog, so dass wir voneinander
lernen können“, so Bieberle.