Industrie im Wandel: Frankfurt zwischen Innovation und Herausforderungen

Experten diskutieren Chancen, Herausforderungen und Perspektiven der Frankfurter Industrie bis 2030.

Frankfurt
ist nicht nur Finanzmetropole, sondern auch ein bedeutender Industriestandort.
Die Stadt verbindet internationale Märkte, exzellente Infrastruktur und
innovative Unternehmen. Gleichzeitig stehen Industrieunternehmen vor großen
Herausforderungen: Fachkräftemangel, steigende Energiepreise und der
Transformationsdruck hin zu nachhaltigen Technologien verlangen strategische
Entscheidungen und Investitionen.

Unter
dem Titel „Frankfurt 2030 – Wie zukunftsfähig ist der Industriestandort?“
diskutierten führende Experten über die aktuelle Lage und die Perspektiven der
Industrie in der Region. Dabei standen zentrale Fragen im Mittelpunkt: Wie können
Industrie-Unternehmen wettbewerbsfähig bleiben? Welche Branchen werden künftig
den Industriestandort prägen? Welche Maßnahmen sind nötig, um Fachkräfte zu
gewinnen und die Digitalisierung voranzutreiben? Und wie kann Frankfurt seine
industrielle Stärke langfristig sichern?

Dr. Joachim Kreysing, Mitglied der Geschäftsführung
der Infraserv GmbH & Co. Höchst KG,
beleuchtete die Entwicklungen im Industriepark Höchst. Dieser hatte in der
Vergangenheit schon einige Höhen und Tiefen erlebt. Die Chemiebranche kämpfte
jedoch derzeit mit hohen Energiepreisen und internationalem Wettbewerbsdruck,
insbesondere durch China. Die Risiken reichten von schleichender
Deindustrialisierung bis zu Lieferkettenunterbrechungen, welche auch durch
politische Rahmenbedingungen stark beeinflusst sind. Kreysing betonte die
Dringlichkeit, die Weichen frühzeitig zu stellen und Klimaziele ehrlich
umzusetzen, um den Standort auch langfristig zu sichern.

Dr. Clemens Christmann, Hauptgeschäftsführer
der IHK Frankfurt,
analysierte die strukturellen Herausforderungen der Industrie. Politik und
Gesellschaft hätten oft kein Verständnis für die wirtschaftlichen Impulse, die
von der Industrie ausgingen. Dazu kommen die Schwierigkeiten bei der Nachwuchsgewinnung
in MINT-Fächern sowie die öffentliche Wahrnehmung von industriellen Berufen.
Christmann forderte, die Rahmenbedingungen wieder industriefreundlich zu
gestalten und die Verantwortung wieder stärker auf Bürger und Unternehmen zu
verlagern.

Dr. Rainer Waldschmidt, Geschäftsführer
der Hessen Agentur GmbH und Hessen Trade & Invest GmbH, stellte die Chancen Hessens und
Frankfurts heraus. Hessen ist stark im Pharma- und Chemiebereich aufgestellt.
Frankfurt bietet zudem exzellente Forschungs- und Innovationsinfrastrukturen
sowie einen leistungsstarken Branchenmix. Die hohe Qualifikation der Fachkräfte
und die zentrale Lage schaffen ideale Bedingungen, um Wachstum, Innovation und
Nachhaltigkeit zu verbinden. Waldschmidt unterstrich aber die Bedeutung zügiger
Umsetzungen von EU- und Bundesregelungen, betonte aber auch die Standorttreue
von vielen Industrieunternehmen trotz der vielen Herausforderungen.

In
der anschließenden Diskussion wurden Möglichkeiten erörtert, wie die Stadt Frankfurt
die ansässige Industrie gezielt unterstützen konnte – von dualer Ausbildung
über verbesserte Infrastruktur bis hin zu flexibleren Bebauungs- und
Genehmigungsprozessen. Ziel war es, konkrete Wege aufzuzeigen, wie die Stadt
ihre industrielle Zukunft sichern und Wachstum, Innovation und Nachhaltigkeit
miteinander verbinden kann.

Wir
bedanken uns bei Infraserv GmbH & Co. Höchst KG und dem Verband
der Chemischen Industrie e.V., Landesverband Hessen
für die freundliche
Unterstützung dieser Veranstaltung.