Luftverkehr im Spannungsfeld zwischen weltweiter Mobilität und Klimaneutralität

Fraport-Vorstandsvorsitzendem Dr. Stefan Schulte über den Spagat zwischen weltweiter Mobilität und Klimaneutralität

Fliegen bringt Menschen aus der ganzen Welt zusammen und
fördert damit den kulturellen Austausch über die Landesgrenzen hinaus. Der
Luftverkehr ermöglicht es zudem, dass Fracht schnell global durchgeführt und
Produkte weltweit angeboten werden können. Eine Welt ohne Flugverkehr ist
angesichts der fortschreitenden Globalisierung und Vernetzung nicht denkbar und
möglich. Zudem sind Flughäfen wichtige Arbeitgeber und mitunter auch
entscheidender Standortfaktor für die jeweiligen Regionen. Allerdings stellt
die Transformation zu einer klimaneutralen Luftfahrt die Branche vor große
Herausforderungen, denn der Luftverkehr gehört zu der am schwierigsten zu
de-karbonisierenden Sektoren.

Bevor die Mitglieder des Jungen Wirtschaftsrates Hessen und
des Netzwerkes Internationaler Kreis mit dem Fraport-CEO über Klimaneutralität
und weltweiter Mobilität diskutierten, ging es auf eine Rundfahrt um den noch
im Bau befindenden Terminal 3, welcher 2025 fertig gestellt und 2026 in Betrieb
gehen soll.

Dr. Stefan Schulte,
Vorstandsvorsitzender der Fraport AG, erklärte den Teilnehmern, vor welchen
Herausforderungen Flughäfen wie der Frankfurter Flughafen stehen und welche
Maßnahmen bereits unternommen wurden, um bis 2045 klimaneutral zu sein. Dabei
berichtete er, dass Fliegen zwangsläufig teuer werden wird. Grund dafür ist
unter anderem die Einführung von synthetischen Treibstoffen, welche innerhalb
der Europäischen Union von allen Airlines bis zu einem gewissen Prozentsatz
getankt werden müssen. Problematisch sieht er allerdings bei der Thematik, dass
diese Art von Treibstoff derzeit nur begrenzt zur Verfügung steht. Auch kommt
es zu großen Preisunterschieden bei den Ticketpreisen für Flüge mit
Zwischenlandungen, da die Pflicht zur Nutzung von synthetischem Kraftstoff
bisher nur innerhalb der EU gilt. „Dies wird langfristig auch Auswirkungen für
die Airlines haben, da Kunden sich in der Regel immer für das preisgünstigere
Ticket entscheiden und ihnen in der Regel egal ist, wo sie umsteigen müssen“,
so Dr. Schulte.

Aber auch der Flughafen selbst hat bereits damit begonnen,
seinen CO2-Ausstoß zu verringern, indem es erneuerbaren Strom bezieht oder ihn
sogar selber erzeugt. Weitere wichtige Projekte zur Reduzierung von CO2 sind
ebf. schon gestartet worden oder in Planung.

Wir bedanken uns bei Dr. Stefan Schulte und Herrn Sören
Fornoff von der Fraport AG für den interessanten Abend und die spannenden
Einblicke.