Resiliente Lieferketten im Dialog – Wirtschaft, Politik und Logistik im Austausch über die Zukunft der Supply Chains

Globale Krisen, geopolitische Spannungen und steigende Anforderungen an Lieferketten stellen Unternehmen und Kommunen zunehmend vor große Herausforderungen.

Gerade
resiliente und flexible Supply Chains gewinnen für Wirtschaftsräume mit starker
industrieller und logistischer Vernetzung immer mehr an Bedeutung. Welche
Voraussetzungen dafür geschaffen werden müssen und wie Politik, Wirtschaft und
Logistikbranche gemeinsam stabile Strukturen entwickeln können, stand im
Mittelpunkt der Diskussion der Sektion Main-Kinzig.

Chahida Tichtiben, General Managerin Rhein-Main der
DACHSER SE, und Sebastian Rysse, Managing Director Rhein-Main der DACHSER SE Food
Logistics, beleuchteten gemeinsam die Anforderungen moderner Logistiksysteme.
Im Fokus standen insbesondere die Besonderheiten der Lebensmittellogistik mit
ihren temperatursensiblen Waren sowie die klare Trennung zur Industrielogistik
aufgrund unterschiedlicher Anforderungen an Geschwindigkeit und Struktur. Beide
hoben die Bedeutung stabiler, zugleich flexibler Prozesse hervor, die
kontinuierlich funktionieren müssen. Dabei wurde deutlich, dass der Standort
Erlensee als zentraler Food-Hub für Deutschland und Europa fungiert und hohe
Anforderungen an Planung, Kapazitäten und Infrastruktur stellt. Digitalisierung
und Künstliche Intelligenz spielen eine zunehmend zentrale Rolle, etwa bei
Prognosen, Beladungsoptimierung und Personalplanung. Gleichzeitig befinde sich
die Logistik-Branche weiterhin im Wandel hin zu stärker digitalisierten,
plattformbasierten Prozessen, auch wenn in der Praxis noch Reibungsverluste
bestünden. Als zentrale Herausforderungen wurden zudem die Energiewende in der
Logistik, insbesondere bei der Elektrifizierung von Fahrzeugflotten sowie der
Aufbau geeigneter Lade- und Wasserstoffinfrastruktur, benannt. Die
Leistungsfähigkeit der Logistik wurde dabei eng mit der Flexibilität der
Mitarbeiter und der Anpassungsfähigkeit der Systeme verknüpft.

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Frank Benner, Geschäftsführender Gesellschafter
der B+T Oberflächentechnik GmbH, sprach über die Anforderungen
mittelständischer Industrieunternehmen an moderne Lieferketten. Benner
erklärte, dass sein Unternehmen frühzeitig umfassend in Digitalisierung
investiert habe, sodass Kunden jederzeit Einblick in Produktions- und
Lieferprozesse erhielten. Auch künstliche Intelligenz werde bereits im eigenen
Werk eingesetzt, wobei sensible Daten bewusst mit unternehmenseigenen Lösungen
verarbeitet würden. Zudem unterstrich Benner die Bedeutung eigener
Logistikstrukturen, insbesondere bei zeitkritischen Lieferungen. Gleichzeitig
forderte er moderne und praxisnahe politische Rahmenbedingungen, die mit den
Entwicklungen der Wirtschaft Schritt hielten.

Stefan Erb, Bürgermeister der Kleinstadt Erlensee,
hob die zentrale Rolle der Kommunen in Krisenfällen hervor. Resilienz müsse
bereits in der Planungsphase berücksichtigt werden und könne nicht erst während
einer Krise aufgebaut werden. Besonders wichtig seien daher ausreichend
verfügbare Flächen für Logistikzentren, da diese häufig unterschätzt würden,
obwohl sie essenziell für funktionierende Lieferketten seien. Erb sprach zudem
die großen Herausforderungen im Bereich Verkehrsinfrastruktur an. Ein Ausbau des
öffentlichen Nahverkehrs könne Straßen entlasten und damit auch die Logistik
stärken. Gleichzeitig kritisierte er langsame Abstimmungsprozesse zwischen
Bund, Ländern und Kommunen sowie fehlende finanzielle Mittel für
Infrastrukturmaßnahmen wie Straßen- und Glasfaserausbau. Entscheidend sei für
ihn aber eine enge und kontinuierliche Kommunikation zwischen Politik und
Logistikbranche. Zudem müsse das Image der Logistikbranche verbessert werden,
da ihre Bedeutung für Wirtschaft und Versorgung vielfach unterschätzt werde.

Gerade
resiliente und flexible Supply Chains gewinnen für Wirtschaftsräume mit starker
industrieller und logistischer Vernetzung immer mehr an Bedeutung. Welche
Voraussetzungen dafür geschaffen werden müssen und wie Politik, Wirtschaft und
Logistikbranche gemeinsam stabile Strukturen entwickeln können, stand im
Mittelpunkt der Diskussion der Sektion Main-Kinzig.

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Im
Anschluss bot die Besichtigung des Erlenseer Food-Hubs der DACHSER SE Food Logistics
den Teilnehmern die Möglichkeit, die Dimensionen und Abläufe moderner
Lebensmittellogistik unmittelbar vor Ort nachzuvollziehen. Wir bedanken uns bei
DACHSER SE für die Unterstützung der Veranstaltung und die Möglichkeit, einen
Einblick in die komplexen Abläufe eines großen Logistik-Unternehmens zu
erhalten.