Schlanker Staat, starke Wirtschaft: Experten fordern weniger Bürokratie für mehr Wettbewerbsfähigkeit
Mainhausen, 9. Dezember 2024. Wie lassen sich Überregulierung und
Bürokratie abbauen, um die Wirtschaft zu stärken? Diese zentrale Frage
diskutierten Experten aus Wirtschaft und Politik auf Einladung der Sektion
Offenbach des Wirtschaftsrates Hessen. Die Veranstaltung unter dem Titel
„Schlanker Staat, starke Wirtschaft – Wege zur Reduzierung von Überregulierung“
fand in den Räumlichkeiten der ANWR GROUP eG in Mainhausen statt.
Thomas H. Günther, Sprecher der Sektion Offenbach,
unterstrich die Bedeutung eines effizienten Staates für Agilität und
Innovation. Frank Schuffelen, CEO
der ANWR GROUP, forderte in seinem Impulsvortrag ein Moratorium für neue
Regulierungen sowie eine konsequente Digitalisierung der Verwaltung. Er sprach
sich zudem für die Einführung der „One in, two out“-Regel zur
Vorschriftenreduktion aus.
Dr. Thorsten Lieb MdB, Stellvertretender Vorsitzender des
Rechtsausschusses des Deutschen Bundestages, machte deutlich: „Deutschland
braucht eine echte Bürokratiewende. Wir müssen weg vom Mikromanagement und hin
zu klaren Zielvorgaben, die Unternehmen mehr Flexibilität bieten.“ Er schlug
unter anderem ein „Once only“-Prinzip und eine Reduzierung des
Erfüllungsaufwands um 25 Prozent vor.
Markus Weinbrenner, Hauptgeschäftsführer der IHK
Offenbach, und Michael Trapp,
Geschäftsführer der Sattler KunststoffWerk GmbH, plädierten für eine verstärkte
Einbindung der Wirtschaft in Gesetzgebungsprozesse und eine Vereinfachung von
Compliance-Anforderungen.
Die
anschließende Diskussion machte deutlich: Eine Bürokratieentlastung um 25
Prozent könnte der Wirtschaft spürbare Erleichterungen bringen. Konsens
herrschte darüber, dass eine Balance zwischen notwendigen Regulierungen und
unternehmerischer Freiheit entscheidend ist.
Die
Veranstaltung endete mit einem offenen Austausch unter den Teilnehmenden –
begleitet von der Hoffnung, dass die vorgeschlagenen Maßnahmen bis zur
Bundestagswahl 2025 umgesetzt werden.