Solange die Menschen an sich glauben, lassen sich die Probleme lösen
Die Europäische Zentralbank
(EZB) hat ihren Leitzins im März aufgrund der hohen Inflation auf 3,5
Prozentpunkte erhöht. Neben der EZB beginnen auch andere Zentralbanken
nachzuziehen – zuletzt die USA. Diese Entwicklung hat jedoch Folgen für Bürger
und Unternehmen. Durch die höheren Zinsen verlängern sich entweder die
Rückzahlungszeiträume von Krediten oder die Raten werden höher. Zudem sorgt die hohe Inflation in
Deutschland dafür, dass Preise weiter nach oben steigen. Bürger und Unternehmen
müssen dadurch mit finanziellen Konsequenzen rechnen.
Frank
Diefenbach, Vorstandsmitglied der Nassauischen Sparkasse, und Klaus Merz, Vorstandsmitglied der
Volksbank Rhein-Lahn-Limburg e.G., zeigten anschaulich die Auswirkungen der
aktuellen Zinspolitik und Inflation für die heimische Wirtschaft auf.
Sektionssprecher Tobias Herbst begrüßte die Teilnehmer.
„Die Inflation mit 7,4 %, gestiegene
Zinsen, Energiekrise und dem Russland-Ukraine-Konflikt sind aktuell die
marktbewegenden Themen“, erklärten Diefenbach und Merz zunächst. Für den
Euro-Raum wird in 2023 ein Wirtschaftswachstum von 0,6 % und in 2024 von 1,7 % prognostiziert.
Inflationsbereinigt wird allerdings derzeit nur ein geringes Wachstum erwartet.
Insgesamt zeichnen sich für die beiden Finanzexperten folgende Tendenzen ab:
Die Weltwirtschaft lässt Krisen hinter sich, allerdings sind strukturelle
Veränderungen zu erwarten. Die Finanzpolitik bleibt expansiv und es ist von
weiter steigender Staatsverschuldung auszugehen. Die Inflationsbekämpfung
bleibt oberste Priorität. Die Aktienmärkte werden trotz Inflation, gestiegene
Zinsen und Rezessionssorgen weiter im Trend leicht aufwärtsführen. „Solange
Menschen etwas wollen und an die Zukunft glauben, werden die aktuellen Probleme
gelöst werden können“, so beide Herren.
Allerdings gibt es noch immer keine
zufriedenstellenden Antworten auf die beiden zentralen Fragen nach mehr Fach-
bzw. Arbeitskräften und mehr Wohnraum in Deutschland und der Region.
Gerade beim Einkaufen in der Bäckerei erkennen viele Bürger
und Bürgerinnen die Auswirkungen der Inflation. Kosten für Strom, Personal und
Zutaten sind aufgrund diverser Umstände in den letzten Jahren stark angestiegen
und werden an den Kunden durch höhere Preise bei Brot, Brötchen und Kuchen
weitergegeben. Gastgeber der Veranstaltung, Johannes
Schäfer, Geschäftsführer der Schäfer Dein Bäcker GmbH, informierte zur
Entwicklung seines Unternehmens binnen 100 Jahren vom Familienbetrieb zu einem
Unternehmen mit 1.650 Mitarbeitern. Anschließend konnten sich die Teilnehmer
bei einem Rundgang durch die Produktion der Großbäckerei selber ein Bild
machen, was alles nötig ist, um Brot, Brötchen und Kuchen für die rund 150
Filialen herzustellen sowie täglich ca. 70.000 Kunden zu bedienen.

