Tourismus im Rhein-Main-Gebiet ist vorsichtig optimistisch

Keine Branche hat noch immer so sehr mit dem Folgen
der Corona-Pandemie zu kämpfen wie der deutsche Tourismus. Im nun bereits dritten Jahr der Corona Pandemie ist
die Lage der Branche im Rhein-Main Gebiet immer noch angespannt. Der Hotel-und
Gastronomieverband DEHOGA geht von einem durchschnittlichen 40-prozentigen
Umsatzverlust im Vergleich zu den Vor-Corona-Jahren aus. Andere statistische
Werte machen aber auch wieder Mut auf eine schnelle Erholung in diesem Jahr.
Allerdings wird sich die gesamte Tourismusbranche umstellen und auf die
geänderten Buchungsverhalten oder Gestaltungen von Urlauben einrichten sowie reagieren
müssen. Die Gäste buchen nun deutlich kurzfristiger und erwarten kulantere
Stornoregelungen, auch sind derzeit vor allem Outdoor-Aktivitäten im Urlaub
sehr gefragt. Darüber hinaus muss sich die Branche aber auch mit der
Herausforderung des Fachkräftemangels und der Erhöhung des Mindestlohns ab
Oktober 2022 auseinander setzen.

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DEHOGA-Präsident Gerald Kink erhofft sich in 2023
wieder ein Vor-Corona-Niveau bei den Buchungszahlen, vor allem in der
Geschäftshotellerie. Gerade in diesem Bereich sind bei weitem noch nicht die
Vor-Corona-Zahlen erreicht. Die größte Herausforderung sieht Kink allerdings im
Bereich der Fachkräfte. „Selbst wenn die Buchungszahlen wieder das
Vor-Krisen-Niveau erreichen, kann der Tourismus mit mangelndem Personal den
Anforderungen nicht nachkommen. Es fehlen 15.000 Mitarbeiter allein in Hessen
und diese werden auch nicht wieder zurückkommen“, so Kink.

Martin Michel von der Wiesbadener Marketing GmbH beschrieb Corona
als das „Waterloo für den Wiesbadener Tourismus“. Kurz vor der Pandemie und dem
Lockdown ist in Wiesbaden das neue Rhein-Main-Kongresszentrum fertiggestellt
worden, welches zum Glück zu einem Testzentrum für die Stadt umfunktioniert
werden konnte. „Wir hatten gefühlt ganz Wiesbaden im Haus und haben so die
Möglichkeit genutzt, um uns zu präsentieren und die Situation zum Kennenlernen
genutzt.“ Die Gesellschaft hat aber auch erkannt, dass Corona den Markt
verändert hat und hat ihre Strategie, aber auch ihre Zielgruppen und Formate
entsprechend angepasst. „Wir sind vorsichtig optimistisch und fahren noch mit
angezogener Handbremse.“

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Dr. Michael Schuppli hat die
Debatte aus der Immobiliensicht ergänzt. Sein Unternehmen Helvetic Investment prüft die Rahmenbedingungen, welche vorhanden
sein müssen, damit sich Hotels auch rentieren. Für Dr. Schuppli ist klar, dass
Hotels sich nicht auf eine Zielgruppe spezialisieren können, um wirtschaftlich
rentabel zu sein. „Ein guter Wirtschaftsstandort wird benötigt, damit Hotels –
egal welcher Sternekategorie – am Ende auch wirtschaftlich betrieben werden
können. Er hinterfragt allerdings die von Michel und Kink geäußerte Position,
dass mehr Hotels auch mehr Übernachtungen bedeuten. Beide Herren haben ihren
Wunsch nach einem Fünf-Sterne-Hotel in Wiesbaden artikuliert. Dr. Schuppli
sieht aber gerade aus stadtplanerischer Sicht diesen Wunsch sehr skeptisch. Er
glaubt nicht, dass ein Fünf-Sterne-Hotel in Wiesbaden genug Profit erarbeitet,
um gewinnbringend zu sein. Zunächst müsste Wiesbaden als Wirtschaftsstandort
wieder attraktiver werden, um die nötige Kaufkraft in die Stadt zu holen.