Unternehmensnachfolge als Schlüssel zur regionalen Stärke
Wirtschaft und Politik
diskutierten bei der Veranstaltung „Wenn Unternehmen weitergehen“ der Sektion
Wetterau die Chancen, Herausforderungen und Rahmenbedingungen erfolgreicher
Unternehmensnachfolge in Hessen.
Die
Veranstaltung der Sektion Wetterau zum Thema „Wenn Unternehmen weitergehen –
Nachfolge als Schlüssel zur regionalen Stärke“ behandelte die zentrale
Bedeutung der Unternehmensnachfolge für die wirtschaftliche Zukunft der
Wetterau. Experten aus Wirtschaft und Politik diskutierten Herausforderungen,
Chancen und Rahmenbedingungen für erfolgreiche Nachfolgen. Yani Neugebauer, Sprecherin der Sektion Wetterau des
Wirtschaftsrats Hessen, betonte, dass Lieferketten zusammenbrechen können, wenn
Nachfolgeprozesse nicht rechtzeitig geplant werden oder erfolgen.
Annette Wetekam, Landtagsabgeordnete und Tochter
eines mittelständischen Unternehmers, hob die langfristige Bedeutung der
Nachfolge hervor, insbesondere in den aktuellen wirtschaftlich herausfordernden
Zeiten. Sie wies darauf hin, dass der Wetteraukreis aufgrund seiner guten
Infrastruktur, sozialen Rahmenbedingungen und hohen Zuzugszahlen sehr gute
Voraussetzungen für Unternehmensnachfolgen bietet, auch wenn Investitionen,
etwa in Bildung und Infrastruktur, hohe Kosten für den Landkreis verursachen. Sie
betonte die Notwendigkeit steuerlicher Erleichterungen und den Abbau
bürokratischer Hürden. Initiativen zur Verwaltungsdigitalisierung, welche
Papieraufwand reduzieren und schnelle Prozesse ermöglichen, seien wichtige
Schritte, die ihrer Meinung nach auch endlich durch den neuen
Bundesdigitalminister angegangen werden. Sie betonte aber gleichzeitig, dass
die Geschwindigkeit beim Abbau von Bürokratie den Wünschen der Wirtschaft noch
hinterherhängt und auch immer mit Risiken verbunden ist.

Isabelle Ilori-King, Geschäftsführerin der Weitblick GmbH
& Co. KG in vierter Generation, berichtete, dass Nachfolge in ihrer Familie
kein großes Diskussionsthema, sondern selbstverständlich war. Sie erklärte,
dass dies jedoch für viele junge Menschen unattraktiv ist. Ilori-King wies auf
finanzielle Belastungen für die nachfolgende Generation hin und forderte mehr
politische Unterstützung. Nachfolge sei ein strategisches und emotionales
Thema, welches Loslassen der vorherigen Generation erfordere, damit Nachfolger
das Unternehmen nach eigenen Vorstellungen führen können.
Wolf Lüdge, erfahrener Geschäftsführer und
Nachfolgeberater beim Unternehmen Wertfolge, erklärte, dass Nachfolge oft
leichter als Neugründung sei, aber Haltung und Engagement erfordere. Politik,
Verwaltung und Unternehmen müssten aktiv zusammenarbeiten, Digitalisierung
allein reiche beim Bürokratieabbau nicht aus.
Kim Körber, Moderator der Diskussion und selbst Gründer
der ersten Generation, unterstrich, dass unternehmerisches Denken und
Verantwortung beim Einzelnen beginnen und nicht allein auf politische Maßnahmen
gewartet werden könne. Insgesamt zeigte die Veranstaltung, dass
Unternehmensnachfolge wirtschaftliche, rechtliche, strategische und emotionale
Aspekte vereint und für die regionale Stärke entscheidend ist.
Abschließend
gilt ein besonderer Dank der Volksbank
Mittelhessen und dem ZukunftsRaum
Friedberg für die Unterstützung der Veranstaltung.