Wie schafft man die Energiewende im Odenwaldkreis?

Das Ziel des
Bundeswirtschaftsministeriums, den Anteil der erneuerbaren Energien auf 65 % am
Bruttostromverbrauch zu erhöhen, ist gesetzt. Parallel dazu soll aber auch die
sichere Energieversorgung aufrechterhalten und die Strompreise trotzdem bezahlbar
gestaltet werden. An der aktuellen Preisentwicklung wird allerdings deutlich,
wie ambitioniert diese Ziele sind. Es stellen sich somit die Fragen, aus
welchem Mix der Anteil der erneuerbaren Energien erzeugt werden soll und was
dies für die Versorgungssicherheit von Unternehmen und Bürger in ländlichen
Regionen wie zum Beispiel dem Odenwaldkreis bedeuten würde? Es müssen vor allem
verlässliche Perspektiven geschaffen werden, damit die Energiewende geschafft
und von allen mitgetragen werden.
Die Sektion
Odenwald des Wirtschaftsrates Hessen hat vor diesem Hintergrund zu einer
Diskussion mit Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik in das Haus
der Energie in Erbach geladen. Moderiert von Matthias W. Send, Bereichsleiter Unternehmenskommu-nikation und Public Affairs
der ENTEGA AG, habendie geladenen
Podiumsgäste sehr kontrovers darüber diskutiert, wie die Energiewende nicht
nur im Odenwaldkreis geschafft werden könnte und welche Weichenstellungen dafür
notwendig wären. Der Ausbau der
erneuerbaren Energien gestaltet sich vor allem in ländlichen Regionen wie dem
Odenwaldkreis als äußerst schwierig. Insbesondere bei der Windenergie gibt es
starke Gegenwehr von Bürgerinitiativen.
Stephan Koziol, Geschäftsführer der
koziol »ideas for friends GmbH, machte klar deutlich, dass „alle
Unternehmer jetzt von sehr stark steigenden Energiepreisen in Deutschland
betroffen und dadurch deutlich Mehrkosten im Jahr 2022 entstehen.“ Er fragte
klar Richtung Politik, wann wieder mit einer Normalisierung bzw. Reduzierung
der Energiepreise zu rechnen sei. Alle Podiumsteilnehmer waren sich allerdings
einig, dass eine solche Normalisierung / Reduzierung nicht kurzfristig der Fall
sein wird und auch in 2023/24 mit hohen Energiepreisen zu rechnen sein wird. Der
energiepolitische Sprecher der hessischen CDU-Landtagsfraktion Jörg Michael Müller versicherte, „die
Politik arbeite derzeit mit Hochdruck daran, eine Lösungen zu finden, um den
Spagat zwischen Versorgungssicherheit und bezahlbaren Energiepreisen
hinzubekommen, was aber deutliche Kraftanstrengungen von allen verlangt.“
Allerdings mahnte Prof. Dr. Peter
Birkner, Geschäftsführer des House of Energy e. V. und Vorsitzender der
Landesfachkommission Umwelt- & Energiepolitik des Wirtschaftsrates Hessen,
„die Energiewende ist nicht in wenigen Jahren zu schaffen. Natürlich können
kurzfristige Effekte erzielt werden, aber letztlich müsse sowohl Politik als
auch Wirtschaft eher in einem längeren Zeitraum von 10-20 Jahren denken.“ Christian Breunig, Vorstandsvorsitzender der
Energiegenossenschaft Odenwald, erklärte dabei, vor welchen Herausforderungen kommunale
Unternehmen wie seines immer wieder stehen, um erneuerbare Energie-Projekte in
ländlichen Regionen wir dem Odenwald zu entwickeln und auszubauen.
Gerade vor diesem Hintergrund
müssen die Bedenken innerhalb der Bevölkerung ausgeräumt werden. „Nur
wenn Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zusammenarbeiten, Energieprojekte
gemeinsam anstoßen und auch den Ausbau von erneuerbaren Energien durch die
Errichtung von Photovoltaik-Anlagen oder Windräder zulassen, ist die
Energiewende am Ende auch zu schaffen“, fasste Tino Klinger, Sprecher der Sektion Odenwald im Wirtschaftsrat
Hessen die Diskussion zusammen.