Zukunftsfragen im Fokus: Digitale Diskussion zur Kommunalwahl 2026 im Landkreis Darmstadt-Dieburg

Veranstaltung der Sektion Darmstadt-Dieburg mit den Kandidaten von CDU, SPD und Bündnis 90/Die Grünen über Zukunftsfragen des Landkreises.

Der Landkreis
Darmstadt-Dieburg steht mit Blick auf die Kommunalwahl 2026 vor wichtigen
Weichenstellungen. Zu einer digitalen Diskussionsveranstaltung hatte daher die
Sektion Darmstadt-Dieburg des Wirtschaftsrat Hessen mit Vertretern der
Büdnis90/die Grünen, CDU und SPD eingeladen. Im Mittelpunkt stand die Frage,
wie wirtschaftliche Stärke, solide Finanzen und soziale Verantwortung im
Landkreis nachhaltig miteinander verbunden werden können.

Die
Sprecherin der Sektion, Dr. Anne Kathrin
Adam
, eröffnete die Veranstaltung und stellte die zentralen Forderungen der
regionalen Wirtschaft für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit und
Lebensqualität des Landkreises vor. Im Mittelpunkt stand ein konsequenter
Bürokratieabbau mit dem Ziel einer modernen und leistungsfähigen Verwaltung.
Unternehmen, Handwerk und Mittelstand sollen von schnelleren
Genehmigungsverfahren, digitalen Prozessen und verlässlichen Ansprechpartnern
profitieren, um wirtschaftliche Dynamik zu fördern. Zudem müsse die
Verkehrsinfrastruktur durch den Ausbau und die Sanierung von Straßen, Brücken
und Schienen sowie durch einen leistungsfähigen ÖPNV und eine bedarfsgerechte
Ladeinfrastruktur für Elektromobilität gestärkt werden, um die regionale
Mobilität und Erreichbarkeit zu sichern. Auch der Ausbau von bezahlbarem und
nachhaltigem Wohnraum sowie die Stärkung lebendiger Innenstädte und Ortskerne
durch wirtschaftsfreundliche Rahmenbedingungen wurden als wichtige
Zukunftsaufgaben hervorgehoben.

An diese
wirtschafts- und strukturpolitischen Anforderungen anknüpfend, warb Christian Grunwald,
Co-Fraktionsvorsitzender von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Kreistagsfraktion
Darmstadt-Dieburg und seit 2011 Mitglied des Kreistages, für einen erweiterten,
langfristig ausgerichteten Blick auf den Wirtschaftsstandort. Dieser lasse sich
nicht allein über Gewerbesteuereinnahmen oder neue Gewerbegebiete definieren,
sondern müsse auch moderne Schulen, leistungsfähige Mobilität,
Ausbildungsmöglichkeiten vor Ort, die Integration und Bindung qualifizierter
Fachkräfte sowie eine unabhängige und bezahlbare Energieversorgung
berücksichtigen. Wirtschaftliche Stärke und Klimaschutz seien dabei kein
Widerspruch, sondern erforderten verlässliche politische Rahmenbedingungen und
eine klare strategische Steuerung.

Vor diesem
Hintergrund verwies Lutz Köhler,
Erster Kreisbeigeordneter und Dezernent für Bauen, Umwelt und Schule, auf die
positive Entwicklung des Landkreises in den vergangenen Jahren. Mit inzwischen
über 300.000 Einwohnern und einer niedrigen Arbeitslosenquote befinde sich der
Landkreis auf stabilem Wachstumskurs. Besonders im Bildungsbereich seien
umfangreiche Investitionen erfolgt, um schulische Infrastruktur und
Betreuungsangebote zukunftsfähig auszubauen. Auch die Stärkung der
Verkehrsinfrastruktur im ländlichen Raum, der Ausbau von Bildungsangeboten mit
Schwerpunkt auf naturwissenschaftliche Fächer sowie Investitionen in Verkehr
und ÖPNV bildeten zentrale Säulen der Kreispolitik.

Neben diesen
infrastrukturellen und wirtschaftlichen Aspekten rückten anschließend
insbesondere soziale Fragen und gesellschaftliche Zukunftsaufgaben in den Fokus
der Diskussion. Christel Sprößler,
Kreisbeigeordnete und Leiterin des Sozial- und Jugenddezernats, stellte dabei
die soziale Sicherheit als zentrale Grundlage für die weitere Entwicklung des
Landkreises heraus. Bezahlbarer Wohnraum und kleinere Wohneinheiten,
insbesondere für ältere Menschen, könne dazu beitragen, größeren Wohnraum für
Familien verfügbar zu machen. Angesichts des demografischen Wandels und des
Fachkräftemangels komme aber auch dem Übergang von der Schule in den Beruf
besondere Bedeutung zu. Ziel sei es zudem, Arbeitslose wieder stärker in den
Arbeitsmarkt zu integrieren und die medizinische Versorgung im ambulanten wie
im stationären Bereich zu sichern. Investitionen in frühkindliche Bildung und
eine moderne, digital aufgestellte Verwaltung seien für sie ebenfalls
entscheidende Bausteine für die Zukunftsfähigkeit des Landkreises.

Die anschließende
Diskussion machte deutlich, dass unterschiedliche politische Akzente gesetzt
werden, das gemeinsame Ziel jedoch klar ist: die Handlungsfähigkeit des
Landkreises zu sichern und tragfähige Lösungen für Wirtschaft, Wohnen,
Mobilität, Bildung und soziale Infrastruktur zu entwickeln.