Bausymposium des Wirtschaftsrates: Wie steht es um die Bauentwicklungen im Land?

Die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommerns ist bemüht, die
Themen rund um die Herausforderungen im Bau wie die energetische Sanierung, die
Kostenexplosion und den geringen sozialen Wohnungsbau anzugehen und für
Nachhaltigkeit zu arbeiten: „Es ist keine Frage, dass wir beim Thema
Baugenehmigungsverfahren und Bebauungspläne eine Hand voll zu tun haben“, sagte
Christian Pegel MdL, Minister für Bau und Inneres des Landes
Mecklenburg-Vorpommern. „Der Wirtschaftsrat hat das zu Recht bei seinen
Forderungen ganz oben auf die Agenda gesetzt, genauso wie das Thema der
energetischen Sanierung. Hierbei sollten wir auf die Sanierung von Bestandsbauten
setzen, dann können wir viel mehr einsparen als beim Neubau“, so Christian
Pegel. Obwohl Mecklenburg-Vorpommern seit der Wende über 200.000 Einwohner
verloren hat, ist der Wohnraum knapp. Dies hätte sicher auch damit zu tun, dass
es mehr Einpersonenhaushalte gebe, so der Minister. „Bund, Land und die
Kommunen müssen bei Thema „Bauen“ zusammenstehen, da alle Ebenen Kompetenzen in
der Baupolitik haben. „Nur so bekommen wir mehr PS auf die Straße“, sagte
Pegel.
Dr. Michael Cratzius, Geschäftsführer, HTG Hoch- und Tiefbau
Gadebusch GmbH, präsentierte neben der Vorstellung seines Unternehmens die
Entwicklungen auf dem Markt für Bauträger. Zudem adressierte er an die Politik
klare Forderungen, die mit denen des Wirtschaftsrates kongruent sind:
„Insgesamt gibt es viel Luft nach oben. Wir könnten beispielsweise die
Mehrwertsteuer auf sieben Prozent senken für den sozialen Wohnungsbau oder auch
auf baukostensteigernde Genehmigungsauflagen verzichten“, so der Unternehmer.
„Frühzeitige Bürgerbeteiligung steht an oberster Stelle bei neuen
Bauprojekten“, so Bernd Nottebaum, erster stellvertretender Oberbürgermeister
sowie Dezernent für Wirtschaft, Bauen und Umwelt der Stadt Schwerin. Nur so
könne man die Projekte realisieren. Eine vielschichtige Nutzmischung sei zudem
wichtig, um ein breites Angebot zu schaffen: „Die Projekte spiegeln die
Nachfrage der Bürger wider. Wir bieten von Einfamilienwohnung bis Mehrfamilienhaus
alles an“, so der Baudezernent. „Wir müssen auch auf die Interessenslage der
Bürger schauen. Wie wollen die Menschen leben? Was vor 30 Jahren attraktiv war,
ist es heute nicht mehr zwangsläufig.“ Wichtig sei auch eine gute Infrastruktur
vor Ort, die Horte, Kitas usw. umfasst. „Sehen Sie, früher haben in Neu
Zippendorf 60.000 Menschen gelebt, heute sind es nur noch 30.000. Das heißt,
dass auch alte Gebäude abgerissen werden und Neubau entsteht, der den aktuellen
Bedürfnissen entspricht.“ Nottebaum stellte des Weiteren auch die Projekte
„Warnitzer Feld“, „Berliner Platz“, „Hort-Heine-Kids“ oder auch den Gewerbepark
Schwerin, in dem sich unter anderem schon Nestlé und Ypsomed angesiedelt haben,
vor. „In der Politik ist es leider noch nicht angekommen, dass wir auf dem
Markt eine Vollbremsung hingelegt haben. Deswegen sind Veranstaltungen wie die
des Wirtschaftsrates heute sehr wichtig, um darauf aufmerksam so machen“, so
Bernd Nottebaum.