Herausforderung Wohnraum – Wege für eine zukunftsfähige Wohnungspolitik
Wie gelingt schneller,
effizienter und bedarfsgerechter Wohnungsbau in Mecklenburg-Vorpommern? Diese
Frage stand im Mittelpunkt einer gemeinsamen Veranstaltung des Wirtschaftsrates
der CDU Landesverband Mecklenburg-Vorpommern und der Konrad-Adenauer-Stiftung
in Neubrandenburg. Nach der Begrüßung durch Andreas Groger, Vorsitzender der
Landesfachkommission Bau- und Wohnungswirtschaft, diskutierten Vertreter
aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft die strukturellen Hürden und
notwendigen Reformen.
Andreas Groger, (Foto: Wirtschaftsrat der CDU e.V.)
Bauzeiten von bis zu acht Jahren
– ein unhaltbarer Zustand
„Wenn es vom Grundstückskauf bis
zum Richtfest acht Jahre dauert, ist das Wahnsinn“, brachte Andreas Breitner,
Verbandsdirektor des Verbandes norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), die
Frustration der Branche auf den Punkt. Die Ursache sieht er vor allem in
überbordender Bürokratie und ausufernden Genehmigungsverfahren. Besonders
kritisierte er die Vielstimmigkeit in den Bauämtern und rief die Verwaltungen
zu mehr Entscheidungsfreude und Pragmatismus auf.
Bundesbauministerium stellt
Gesetzesnovelle vor
Annett Jura, Abteilungsleiterin
für Wohnungswesen im Bundesbauministerium, stellte die Reformvorhaben des
Bundes vor. Mit dem sogenannten „Bau-Turbo“ – einem Gesetz zur Beschleunigung
des Wohnungsbaus – sollen Genehmigungsverfahren vereinfacht und beschleunigt
werden. Die sogenannte Zustimmungsfiktion könnte künftig Projekte automatisch
genehmigen, wenn Behörden nicht innerhalb von zwei Monaten entscheiden. Jura
kündigte zudem eine umfassende Baugesetz-Novelle an, die im Frühjahr 2026 in
den Bundestag eingebracht werden soll.
Foto: Wirtschaftsrat der CDU e.V.
Skepsis in der Praxis bleibt –
Baukosten und Fachkräftemangel als zusätzliche Hürden
René Gansewig, Vorstandssprecher der Neubrandenburger Wohnungsbaugenossenschaft (Neuwoba), begrüßte die politischen Ansätze, äußerte jedoch Zweifel, ob die beschlossenen Maßnahmen auch in der Praxis Wirkung zeigen werden. Er verwies auf massiv gestiegene Bau- und Materialkosten – laut VNW um bis zu 70 Prozent in den
letzten zehn Jahren – und den akuten Fachkräftemangel in der Branche.
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Ein zentrales Problem: Der
drastische Rückgang an Bauingenieuren. In Neubrandenburg beschäftigt die
Neuwoba derzeit nur noch zwei Bauingenieure – Folge der demografischen
Entwicklung und einer jahrelangen Ausdünnung entsprechender Studienangebote. Erst
seit wenigen Jahren kann in Neubrandenburg wieder ein Teil des
Bauingenieur-Studiums absolviert werden. Gerd Teschke, Rektor der Hochschule
Neubrandenburg, betonte die Bedeutung dieses Neustarts und die Notwendigkeit,
regionale Bildungsangebote besser mit dem Arbeitsmarkt zu verbinden.
Ein zentrales Problem: Der
drastische Rückgang an Bauingenieuren. In Neubrandenburg beschäftigt die
Neuwoba derzeit nur noch zwei Bauingenieure – Folge der demografischen
Entwicklung und einer jahrelangen Ausdünnung entsprechender Studienangebote. Erst
seit wenigen Jahren kann in Neubrandenburg wieder ein Teil des
Bauingenieur-Studiums absolviert werden. Gerd Teschke, Rektor der Hochschule
Neubrandenburg, betonte die Bedeutung dieses Neustarts und die Notwendigkeit,
regionale Bildungsangebote besser mit dem Arbeitsmarkt zu verbinden.
Der Wirtschaftsrat fordert:
Praxisnahe Lösungen statt politischer Ankündigungen
Die Veranstaltung hat gezeigt:
Der Wohnungsbau steht unter hohem Druck. Neben dringend nötigen Entlastungen
bei Bürokratie und Genehmigungen braucht es verlässliche Rahmenbedingungen für
Investoren sowie eine Ausbildungsoffensive im technischen Bereich. Der
Wirtschaftsrat wird diesen Dialog weiterführen und die Anliegen der Wirtschaft
auch künftig mit Nachdruck in die politische Debatte einbringen.
Foto: KAS
Einen Presseartikel des Nordkuriers zu der Veranstaltung
finden sie hier: Presseartikel Nordkurier