Hintergrundgespräch der Sektion Seenplatte mit Nico Klose

Im Juli 2025 wurde Nico Klose als
Oberbürgermeister der Vier-Tore-Stadt Neubrandenburg vereidigt. Ganz neu ist
ihm die kommunale Verantwortung nicht: Bereits 2014 trat er in die
Gemeindevertretung von Neverin ein, übernahm dort 2019 das Bürgermeisteramt und
engagiert sich seit 2024 zusätzlich im Kreistag der Mecklenburgischen
Seenplatte. Mit dieser breiten Erfahrung tritt er nun an, Neubrandenburg in
eine stabile, moderne und offene Zukunft zu führen.
Starke Stadtidentität trotz
knapper Kassen
Ein zentrales Ziel seiner
Amtszeit ist es, unter schwierigen finanziellen Rahmenbedingungen eine starke
und zukunftsorientierte Stadtidentität zu entwickeln. Dafür setzt Klose vor
allem auf wirtschaftspolitische Impulse, die sowohl Neubrandenburg als auch den
Landkreis voranbringen sollen.
Die Lage ist jedoch
anspruchsvoll: Die kommunalen Haushalte stehen stark unter Druck, und
vielerorts geraten Investitionen in Schulen und die Entwicklung der lokalen
Wirtschaft in Konflikt miteinander. Hinzu kommt die Struktur der regionalen
Wirtschaft: Rund 80 Prozent der Unternehmen in der Mecklenburgischen Seenplatte
beschäftigen weniger als zehn Mitarbeitende. Gerade für diesen Mittelstand sind
verlässliche Rahmenbedingungen und eine funktionierende Infrastruktur
entscheidend.
Wirtschaftspotenziale bleiben
ungenutzt
Besonders deutlich wird der
Handlungsdruck bei den Gewerbeflächen. Zwar gibt es zahlreiche Anfragen von
Unternehmen nach attraktiven Standorten – allein eine der Flächen verzeichnet
rund 250 Interessensbekundungen. Doch vielerorts fehlt es an grundlegender
Erschließung. Vor allem der Anschluss an das Stromnetz ist ein Problem: Der
regionale Energieversorger E.DIS verfügt aktuell über keine ausreichenden
Kapazitäten, um neue Areale zu versorgen. So bleiben wertvolle Flächen
ungenutzt, wirtschaftliche Potenziale liegen brach.
Foto: Wirtschaftsrat der CDU e.V.
Innerer Wandel der Verwaltung
Klose setzt deshalb nicht nur
nach außen, sondern auch nach innen klare Impulse. Die Verwaltung soll
moderner, digitaler und bürgernäher arbeiten. Dabei schreckt er nicht vor
unbequemen Entscheidungen zurück. „Die Verwaltung räumt von innen auf“, lautet
einer seiner Grundsätze. Ziel ist ein Kulturwandel hin zu mehr Dynamik,
Effizienz und offener Kommunikation.
Besonders sichtbar wird dieser
Wandel durch das Pilotprojekt der digitalen Bauakte. Der komplette Prozess –
von Antragstellung bis Genehmigung – funktioniert bereits innerhalb
Neubrandenburgs digital. Perspektivisch soll das System landesweit ausgerollt werden.
Das verspricht erhebliche Effizienzgewinne für Bürgerinnen, Bürger und
Unternehmen.
Gemeinsam stärker: Zusammenarbeit
auf Augenhöhe
Als jemand, der nicht aus der
Stadtverwaltung stammt, möchte Klose verfestigte Strukturen überwinden und die
Zusammenarbeit zwischen Verwaltungsspitze, Fraktionen und Stadtvertretung neu
beleben. Sein Anspruch ist ein Umgang auf Augenhöhe – geprägt von gegenseitiger
Wertschätzung und konstruktivem Austausch. Nur so könne es gelingen, die großen
Herausforderungen der kommenden Jahre zu meistern.