Wir haben kein medizinisches Problem, sondern ein Zuwendungsproblem

Ländliche Versorgungsstrukturen: Landrat Stefan Sternberg zu Gast bei der Landesfachkommission Gesundheitswirtschaft und Pflege

Alte Bibliothek in den
Helios-Kliniken: Beim Austausch der Landesfachkommission Gesundheitswirtschaft und Pflege waren verschiedene Vertreter zur
Thematik „Ländliche Gesundheitsversorgung“ eingeladen. Die beiden Referenten
Stefan Sternberg, Landrat von Ludwiglust-Parchim, sowie Dr. Dieter Kreye,
stellvertretender Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung in
Mecklenburg-Vorpommern, waren sich einig bei einem Problem: der zu hohen Anzahl
an Krankenhäusern im
Land und der dadurch entstehenden Ressourcenverschwendung, was sowohl Personal,
Strukturen als Kapazitäten betrifft. Landrat Sternberg arbeitet daher an
Spezialisierungen: „Ich habe mehr Schwierigkeiten im Austausch mit Menschen als
mit der Regulatorik. Änderungen sind nicht immer einfach herbeizuführen. Mein Ziel ist
es, dass wir unsere Krankenhäuser im Landkreis mehr spezialisieren. Helios soll
dabei der Maximalversorger bleiben“, so Sternberg.

Um die Strukturen sowie
insbesondere die sektorenübergreifende Versorgung voranzubringen, müssten
Standorte schließen. „Wir haben insgesamt viel zu viel stationäre Versorgung.
Das gilt aber nicht nur für Mecklenburg-Vorpommern, sondern auch für andere Länder wie beispielsweise
Schleswig-Holstein“, sagte Dr. Kreye. Mehr ambulante Versorgung und mehr MVZ sollten
die Lösung sein. Helios,
vertreten von Franzel Simon, Geschäftsführer Nord der Helios Kliniken
GmbH, und Thomas Clausing, Exekutive Director Helios Health Care GmbH, stellten
ein neues Angebot vor, den Versorgungswürfel „Cube“. Der Cube sei vor allem für
ländlichere Regionen sinnvoll, wo das Ärzteangebot unzureichend ist. Es stelle
eine kostengünstige und auch flexible Alternative dar, da es nicht zwangsläufig
ein stehender Container sein müsse. „Mit dem Cube schaffen wir Flexibilität, ein
tolles Zukunftsmodell. Der Cube kann auch ein fahrendes Modell sein. Unsere
Anwendersoftware „Curalie“ kann übrigens auch von anderen Trägern oder Ärzten
genutzt werden, nicht nur von Helios. Ein Open-Source Modell war uns wichtig“,
so Clausing.

Im Anschluss an die
Vorträge ging es unter anderem auch noch um die Zukunft der Pflege. Ein Thema, das sicherlich bald Gegenstand in der Fachkommission sein wird. Die Vorsitzende der
Landesfachkommission, Manon Austentat-Wied, bedankte sich bei allen Teilnehmern und insbesondere auch dem Gastgeber
von Helios für eine kurzweilige, informative und aufschlussreiche Sitzung.