Wismar – wo steht die Stadt heute und was bringt die Zukunft?
Auf Einladung Sektion Nordwestmecklenburg diskutierten die Mitglieder des Wirtschaftsrats Mecklenburg-Vorpommern mit dem neu gewählten Bürgermeister Frank Junge die gegenwärtige Situation in Wismar in Hinblick auf Standortsicherheit, Infrastruktur, die zukünftige Entwicklung der Stadt insbesondere auf die Energieversorgung.
Werftstandort gesichert
Zur Einführung ging Bürgermeister Junge auf die gegenwärtige Situation Wismars als Werftstandorts ein. Dank jahrelanger, überparteilicher Anstrengungen sei es gelungen, den Werftstandort Wismar nicht nur zu erhalten, sondern auch für die Zukunft attraktiv zu machen. Dies sei nicht nur für die Werft als Garant für Arbeitsplätze und Investitionen entscheidend, sondern auch für die damit verbundene Sekundärindustrie und Zulieferbetriebe. Zwar sei die jetzige Auslastung sehr stark durch Investitionen im militärischen Bereich bestimmt, dennoch könne aufgrund der flexiblen Ausrichtung jede andere Form von Schiffbau in Zukunft in Wismar angeboten werden.
Wismar als attraktiver Standort im Wettbewerb um Fachkräfte
Die anstehende Diskussion drehte sich vor allem um die Frage, wie eine Stadt wie Wismar „zukunftsfest“ aufgestellt werden könne. Bürgermeister Junge wies dabei darauf hin, dass aufgrund des bundesweit bestehenden Fachkräftemangels auch eine aktive Rolle der Kommunen gefordert sei. Dazu gehörte auch, sich unterstützend an der Akquise dadurch zu beteiligen, dass man aktiv dort um Expertise werbe, wo sie gerade zur Verfügung stehe und abgebaut werde, so etwa im Automobilsektor in anderen Bundesländern.
Infrastruktur für die Zukunft bereithalten
Zur Erhaltung der Attraktivität des Standorts für die Einwohner, künftige Neubürger, den Tourismus, Handel, Gewerbe und Industrie seien Investitionen in die Infrastruktur notwendig, die künftige Bedarfe mit einbeziehen. Darin waren sich alle Anwesenden einig. Das betrifft sowohl den Straßenbau, die Erschließung von Bau- und Gewerbetrieben als auch ein gutes Angebot in den Bereichen Bildung und Soziales.
Ständiger Austausch zwischen Wirtschaft, Politik und Verwaltung
Alle Teilnehmer verwiesen darauf, dass es bei den vielen Anknüpfungspunkten zwischen Wirtschaft, Politik und Verwaltung eines beständigen Austauschs und einer engen Koordination bedarf, sowohl zwischen einzelnen und Unternehmen und Verantwortlichen, aber auch Interessenvertretern, zu denen der Wirtschaftsrat zweifelsohne zählt.
Energiesicherheit – ein Blick in die Zukunft
Bezüglich der Zukunft der Energieversorgung berichtete der Geschäftsführer der Stadtwerke Wismar, Uwe Rühlemann, darüber, was in Zukunft erwartbar sei und die damit verbundenen Herausforderungen. Investitionen, die heute getätigt werden, müssten aufgrund ihrer Kosten so zukunftsfähig getätigt werden, dass sie auch in den kommenden Jahrzehnten die Energieversorgung Wismars sicherstellen könnten, so Rühelmann. Deshalb habe das Unternehmen mit Hilfe modernster Technik Projektionen hinsichtlich Energiebedarf, Infrastruktur und technischer Voraussetzungen bis in das Jahr 2045 durchgeführt, um heute die richtigen Entscheidungen für die Zukunft zu treffen. Dies sei vor dem Hintergrund der rasanten technischen Entwicklung zwar schwierig, aber andererseits unerlässlich.
