„Arbeitsmarkt-Roulette: Knackt die Migration den Fachkräftemangel?“

Unternehmerfrühstück der Sektion Hannover mit Heike Döpke, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hannover.

Heike Döpke, Vorsitzende der Geschäftsführung der
Arbeitsagentur Hannover, war zu Gast beim monatlichen Unternehmerfrühstück im
DOMERO Hotel in Hannover, zu dem die Sektion Hannover eingeladen hatte. In
ihrem Vortrag gab Frau Döpke interessante Einblicke in die Möglichkeiten, die
sich durch Migration auf dem deutschen Arbeitsmarkt ergeben, und wie man dem
Fachkräftemangel entgegenwirken kann.

Nach einer kurzen Begrüßung durch Karl-Heinz Ohms, Sprecher
der Sektion Hannover, übergab er das Wort an Frau Döpke. Diese begann ihren
Vortrag mit den Auswirkungen des demografischen Wandels: Die Zahl der
erwerbsfähigen Menschen in Deutschland werde langfristig abnehmen. Ohne
Zuwanderung und steigende Erwerbsquoten würde die Zahl der Personen, die dem
Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, bis zum Jahr 2035 um über 7 Millionen
sinken. Dies stellt die deutsche Wirtschaft vor enorme Herausforderungen, da es
bereits im Jahr 2023 über 1,7 Millionen offene Stellen gab – eine Steigerung um
25,2% im Vergleich zu 2021.

Besonders interessant ist, dass zuletzt überwiegend
ausländische Staatsangehörige zum Beschäftigungsaufbau beitrugen. Dies wirft
die Frage auf, wie man die Potenziale der geflüchteten Menschen am besten
nutzen kann. Frau Döpke stellte in diesem Zusammenhang eine
Integrationsstrategie namens "Job-Turbo" vor. Diese umfasst einen
grundlegenden Deutschkurs, gefolgt vom Übergang in die Arbeit mithilfe von
Vermittlungskräften der Arbeitsagentur. Ziel ist es, die Beschäftigten zu
stabilisieren und durch Fortbildungen zu qualifizieren.

Auch für Arbeitgeber präsentierte Frau Döpke im Namen der
Arbeitsagentur Leistungen, die das Einstellen von Geflüchteten erleichtern
sollen. Dazu gehört die Möglichkeit, einen Eingliederungszuschuss zu
beantragen, der einen finanziellen Ausgleich für den höheren
Einarbeitungsbedarf darstellt. Fachliche Deutschkurse und
Qualifizierungsmaßnahmen während der Beschäftigung sollen die Integration von
Migranten in den Arbeitsmarkt unterstützen. Zusätzlich werden Auszubildende
durch Einstiegsqualifizierungen gefördert, um einen Beruf für 6-12 Monate zu
erproben. Finanzielle Unterstützung und assistierte Ausbildungen sind ebenfalls
möglich, um Auszubildende bei Sprach- und Bildungsdefiziten zu unterstützen. Die
Bundesagentur für Arbeit investiert jährlich rund zwei Milliarden Euro in die
Weiterbildungsförderung.

Abschließend appellierte Frau Döpke an die Zuhörenden,
den Migranten trotz der Barrieren auf dem Arbeitsmarkt eine Chance zu geben, da
die Wirtschaft davon profitieren werde. In der anschließenden Diskussion wurden
kritische Fragen gestellt und eigene Erfahrungsberichte eingebracht. Ein
besonderer Dank wurde Frau Döpke für ihren Beitrag und die spannenden Einblicke
ausgesprochen.