"Das Sicherheitsgefühl ist nicht immer deckungsgleich mit der tatsächlichen Gefahrenlage."

Unternehmerfrühstück mit Polizeipräsident Volker Kluwe.

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V.l.n.r.: Jürgen Korthals, Mitglied im Sektionsvorstand der Sektion Hannover; Volker Kluwe, Polizeipräsident der Polizeidirektion Hannover; Dirk Abeling, Landesgeschäftsführer des Wirtschaftsrates Niedersachsen. (Bild: Wirtschaftsrat)


Die Sektion Hannover lud zum allmonatlichen
Unternehmerfrühstück in das Central-Hotel Kaiserhof in Hannover ein.
Diesmaliger Gastredner war Volker Kluwe, Polizeipräsident der Polizeidirektion
Hannover.

Hannover sei immer noch
unter den Top 5 Städten in Deutschland mit der höchsten Kriminalitätsrate.
Diese sei jedoch stark verzehrt, da die Statistik mehrheitlich Delikte
aufführen würde, die
keine wirkliche Gefahr darstellen. Einen großen prozentualen Anteil an den
Straftaten in Hannover würde das „Schwarzfahren“ ausmachen, so Kluwe.

Generell sei die Entwicklung der Straftaten jedoch
rückläufig. So seien vor allem während der Corona-Pandemie die Anzahl der
Einbrüche und Diebstähle zurückgegangen, da den Tätern schlichtweg die
Gelegenheit gefehlt habe. Der Polizeipräsident gab jedoch zu bedenken, dass
trotz der generellen positiven Entwicklung der Kriminalität in Hannover vor allem die
Gewalt gegen die Polizeibeamten zugenommen habe. Während der Corona-Pandemie
habe sich ein Unmut gegen den Staat in einigen Teilen der Bevölkerung
etabliert. Als Repräsentant des Staates werden die Polizeibeamten häufig Opfer von
Gewalt und Aggression mit einer steigenden Tendenz. Ebenfalls steigend sei die
Anzahl der Messerangriffe in der Landeshauptstadt, berichtete der Polizeipräsident. Da viele
der Messer legal zu tragen seien, brauche es vielmehr ein „Allgemeinverbot für
gefährliche Gegenstände“.

In der
anschließenden Diskussion kam unter anderem die Frage auf, wie gut die Polizei
Hannover aufgestellt sei. Kluwe antwortete, dass die Ausstattung der
Hannoveraner Polizei gut sei, jedoch die Wertschätzung der Polizei gestärkt
werden müsse. Das Protestpotenzial innerhalb der Bevölkerung werde größer.

Auch wenn das persönliche
Sicherheitsgefühl für einige geringer geworden scheint, ist die Entwicklung der
Kriminalität rückläufig in Hannover. Dieses Sicherheitsgefühl sei nicht
unbedingt deckungsgleich mit der tatsächlichen Gefahrenlage. Auch würde häufig
die mediale Berichterstattung die tatsächliche Kriminalität in Hannover
verzerren.