„Digitalisierung schafft nicht unbedingt Vertrauen“

Abendveranstaltung der Sektion Hannover mit Barbara Thiel, Landesbeauftrage für den Datenschutz Niedersachsen.

2022-10-12 KSB Thiel

V.l.n.r.: Dr. Björn Bogner, Rechtsanwalt, KSB INTAX v. Bismarck Rechtsanwälte Wirtschaftsprüfer Steuerberater PartGmbB; Sebastian Bluhm, Sektionssprecher der Sektion Hannover; Barbara Thiel, Landesbeauftrage für den Datenschutz Niedersachsen. (Bild: Wirtschaftsrat)


Unter der Moderation von Dr. Björn Bogner,
Rechtanwalt der KSB INTAX v. Bismarck Rechtsanwälte
Wirtschaftsprüfer Steuerberater PartGmbB, diskutierte die Sektion Hannover
gemeinsam mit Barbara Thiel, Landesbeauftragte für den Datenschutz
Niedersachsen, über die vergangenen Jahre unter der Datenschutzgrundverordnung
(DSGVO).

Es sei unmöglich, die gesamte Menge der
niedersächsischen Unternehmen dauerhaft zu kontrollieren. Ihre Behörde sei
schlichtweg unterbesetzt, um die große Zahl an Datenschutzvergehen zu
bearbeiten und zu ahnen, so Thiel. Sie führte in ihrem Impuls aus, welche
Zuständigkeiten und Besonderheiten ihre Behörde behandle und warum nicht alle
Datenschutzvergehen in ihre Zuständigkeit fallen würden.

Fälle, die ausschließlich im Privaten ablaufen,
sollten auch auf dem privatrechtlichen Wege geklärt werden und nicht über die
Datenschutzbehörde, forderte Thiel. Ihre Behörde sei in der Lage, hohe
Bußgelder zu verlangen, die teilweise in Millionenhöhe liegen, immer abhängig
vom Vergehen und Größe des globalen Umsatzes des Unternehmens.

Im Fokus der anschließenden Diskussion lag vor allem
der Konfliktbereich zwischen Datenschutz und Digitalisierung. „Digitalisierung
schafft nicht unbedingt Vertrauen. Wir erleben eine digitale Sorglosigkeit
heutzutage“, mahnte die Landesdatenschutzbeauftragte.

Die Ansichten in der Bevölkerung gingen hierbei auch
weit auseinander. Während einige Bürger beim Thema der digitalen Daten sehr
sensibel reagieren würden, spiele dies bei einem größeren Teil der Bürger keine
übergeordnete Rolle bei der Datenweitergabe und Datenverbreitung.