Junger Wirtschaftsrat geht auf Straße & Streife: Sozialer Stadtrundgang mit dem Asphalt-Magazin

Am 19.03.2026 ging der Junge
Wirtschaftsrat Niedersachsen auf „Straße und Streife“. Anders als bei dem
Sozialen Stadtrundgang am 10.03., der aufgrund von schlechtem Wetter abgebrochen
werden musste, profitierte die Gruppe diesmal vom guten Wetter und konnte die
sozialen Brennpunkte Hannovers direkt vor Ort besichtigen.

Der Rundgang wurde vom
Straßenmagazin Asphalt organisiert, das sich seit vielen Jahren mit sozialen
Themen rund um Armut, Obdachlosigkeit und das Leben auf den Straßen Hannovers
beschäftigt. Begleitet wurde die Gruppe von Hauptkommissar Wallbaum, der zusätzliche,
fachliche Einblicke gab.

Die Teilnehmer besichtigten
mehrere bekannte Hotspots der Stadt, darunter den Raschplatz, den Kröpcke, die
Oettingerwiese, die Herschelstraße sowie weitere innerstädtische Bereiche.
Anhand dieser Orte wurden die soziale Lage und die Herausforderungen in verschiedenen
Teilen Hannovers unmittelbar erlebbar gemacht. Besonderes Augenmerk lag auf den
Themen Drogenhandel, Obdachlosigkeit und Kriminalität.

Es wurde erläutert, dass
organisierte Gruppen – vor allem aus dem albanischen Raum – eine bedeutende
Rolle im Drogenhandel spielen. Gleichzeitig betonten die Referenten, dass der
Großteil der obdachlosen oder drogenabhängigen Menschen im Alltag überwiegend
friedlich sei. Kriminalität entstehe häufig innerhalb desselben Milieus und
betreffe daher oft Personen aus dem gleichen Umfeld.

Erwähnt wurde auch das Projekt
„Stellwerk Hannover“, das einen sicheren Raum bietet, in dem Drogen konsumiert
werden dürfen, um gesundheitliche Risiken zu reduzieren und den Konsum zu
kontrollieren. Erwerb und Handel von Drogen blieben jedoch weiterhin illegal.

Während des Rundgangs wurden auch
strukturelle Ursachen sozialer Probleme thematisiert: Migration, Wohnungsmangel
und unzureichende soziale Versorgung würden die Situation vieler Menschen verschärfen.
Besonders deutlich wurde, dass in Hannover kleine, bezahlbare Wohnungen für
Einzelpersonen oder Menschen in schwierigen Lebenssituationen fehlen.

Darüber hinaus sprach man über
organisierte Bettelbanden, die häufig aus osteuropäischen Ländern stammen und
teilweise systematisch in größere Städte gebracht werden, um dort zu betteln.
Auch das Thema Prostitution kam zur Sprache: Für viele Frauen stellt sie den
letzten Ausweg dar, um Geld zu verdienen, oft unter schwierigen persönlichen
Umständen.

Der Stadtrundgang bot insgesamt
einen eindrücklichen, realitätsnahen Einblick in die sozialen Herausforderungen
im Stadtgebiet Hannover und verdeutlichte die Komplexität von Armut,
Drogenkonsum und Kriminalität im urbanen Raum.

Junger Wirtschaftsrat des
Landesverbandes Niedersachsen bedankt sich bei Asphalt für die praxisnahen
Einblicke in das Leben auf Hannovers Straßen.