"Kunstreise" der Sektion Celle

Am 9. Juni 2026 kamen die
Mitglieder der Sektion Celle zu einer „Kunstreise“ auf dem Gelände des
Klinikums Wahrendorff zusammen. Auf dem Gelände des „Fachkrankenhaus für die
Seele“ sind zahlreiche Kunstwerke ausgestellt. Nach der Begrüßung durch den
Sprecher der Sektion Celle, Dr. Hermann Schünemann, übernahm Carsten Schick,
Kunsttherapeut am Klinikum, die Führung.
Direkt auf dem Platz vor dem
Eingang konnten die Mitglieder gleich das erste – und zugleich auch höchste - Kunstwerk
bewundern: „Die blaue Blume“ von Vollrad Kutscher.
Der Name ist ein direkter Verweis
auf das Motiv der blauen Blume aus der Romantik. Kutschers Blume besteht aus
Warnleuchten, die nachts erstrahlen. Ziel des Kunstwerkes sollte sein,
Gegenstände aus dem Alltag in die Kunst zu integrieren. Die Blume wurde in
enger Abstimmung mit Dr. Matthias Wilkening geschaffen.
Direkt neben diesem Werk ging es
auf dem Boden weiter: Dort befindet sich eine immerwährende Pfütze. Egal, ob es
30 Grad sind oder -10 Grad: Die Wasserlache ist da. Der beschwingte Weg um die
Stelle herum ist kein Baumangel, sondern eine bewusste Entscheidung.
Dr. Matthias Wilkening, der langjährige Leiter des Klinikums Wahrendorff, wollte Kunst auf
dem Gelände integrieren, die außerhalb der Norm liegt. Dinge sollten verrückt
sein – auch, damit man ins Gespräch kommt. Denn das persönliche Gespräch ist
eines der wichtigsten Therapiewerkzeuge, die es gibt. Gleichzeitig wollte er
die Menschen vor Ort neugierig machen und ihnen Zugang zu Kunst geben.
Die nächste Station der
Kunstreise führte ins Innere des Hauptgebäudes. Sobald man das Foyer betritt,
steht man einer Installation von Francesco Mioretti gegenüber. Die Installation
trägt den Namen „Simultangedicht“ und besteht aus einem Affen, einem Papagei
und einem Frosch. Die Tiere fragen in einer unverständlichen Sprache, was
eigentlich normal sei. Die Botschaft dahinter laute: „Hallo, wenn ich hier sein
darf, dann darfst Du das auch.“.
Zum Abschluss versammelten sich
die Mitglieder im Speisesaal unter der Lichtkuppe von James Turrell. Das Werk
„Thought as Light“ sei ein schwer greifbares Kunstwerk. Man habe den Moment des
Innehaltens in das Kunstwerk integrieren wollen. Dadurch dass man nach oben
gucken müsse, um es zu sehen, würde sich der Oberkörper öffnen und man könne
freier atmen.
Beim anschließenden Imbiss konnte
man sich über die gewonnenen Eindrücke austauschen und diese im persönlichen
Gespräch vertiefen. Unter anderem fragte man sich, wie es um die Nachhaltigkeit
der Werke stehe. Oder wie man mit Werken, die restauriert werden müssten,
umgehe. Über allem stand jedoch die Frage, was Kunst sei – der Gedanke oder das
fertige Werk?
Der Wirtschaftsrat Niedersachsen
bedankt sich beim Klinikum Wahrendorff für die „Kunstreise“ und den spannenden
Impuls, wie man Kunst in einen Klinikbetrieb integrieren kann.