Podiumsdiskussion der Landesverbände Hamburg und Niedersachsen mit Ralf Hartwich, Cord Wöhlke, Prof. Dr. Michael Becken, MdHB, (CDU) und Jan Koltze (SPD)

Die Landesverbände
Hamburg und Niedersachsen kamen zu einer Debatte über den Mindestlohn zusammen. Kontroverse, klare Kante und dennoch
konstruktiv – so lässt sich die Podiumsdiskussion zum Mindestlohn in wenigen
Worten zusammenfassen.

Seit dem 1. Januar 2026 liegt der
Mindestlohn bei 13,90 € brutto pro Stunde, zum 1. Januar 2027 steigt er auf
14,60 €. Ein Thema mit Sprengkraft – gerade für Mittelstand, Gastronomie und
Saisonbetriebe.

Sektionssprecher Karsten Seebrandt
begrüßte gemeinsam mit dem Landesvorsitzenden Thies Goldberg aus Hamburg
hochkarätige Gäste aus Politik und Wirtschaft: Cord Wöhlke, BUDNI, und Ralf
Hartwich, JAWOLL, standen den Bürgerschaftsabgeordneten Prof. Dr. Michael Becken
MdHB (CDU) und Jan Koltze (SPD) im Privathotel Lindtner Hamburg gegenüber.

Einigkeit herrschte in zwei zentralen
Punkten:

<p class="MsoListParagraphCxSpFirst" style="text-align:justify;text-indent:-18.0pt;
line-height:normal;mso-list:l1 level1 lfo1"> - Ein
Mindestlohn ist per se richtig.<p class="MsoListParagraphCxSpLast" style="text-align:justify;text-indent:-18.0pt;
line-height:normal;mso-list:l1 level1 lfo1"> - Die
Mindestlohnkommission sollte unabhängig arbeiten.


Dann wurde es kontrovers: Jan Koltze widersprach der These, dass es
nachweislich, insbesondere in Gastronomie und Saisonarbeit, zu einem
Beschäftigungsrückgang gekommen sei – für den auch der Mindestlohn ursächlich
sein könnte.

Ralf Hartwich hielt dagegen: Seit
Einführung 2021 sei der Mindestlohn um 44,8 % gestiegen. Die Folgen?

<p class="MsoListParagraphCxSpFirst" style="text-align:justify;text-indent:-18.0pt;
line-height:normal;mso-list:l0 level1 lfo2"> - kaum
noch Differenzierungsspielraum bei der Entlohnung<p class="MsoListParagraphCxSpMiddle" style="text-align:justify;text-indent:-18.0pt;
line-height:normal;mso-list:l0 level1 lfo2"> - gute
Mitarbeitende können schwerer zusätzlich honoriert werden<p class="MsoListParagraphCxSpMiddle" style="text-align:justify;text-indent:-18.0pt;
line-height:normal;mso-list:l0 level1 lfo2"> - Lohnabstände
schrumpfen<p class="MsoListParagraphCxSpMiddle" style="text-align:justify;text-indent:-18.0pt;
line-height:normal;mso-list:l0 level1 lfo2"> - Beschäftigte
auf Mindestlohn-Niveau müssen „mitgezogen“ werden<p class="MsoListParagraphCxSpLast" style="text-align:justify;text-indent:-18.0pt;
line-height:normal;mso-list:l0 level1 lfo2"> - viele
Mittelständler geraten unter Druck – manche sehen sich sogar gezwungen zu
verkaufen

Professor Becken ordnete die Debatte
wirtschaftspolitisch ein: Entscheidend seien funktionierende
marktwirtschaftliche Mechanismen. Statt allein auf Lohnuntergrenzen zu schauen,
brauche es Maßnahmen zur Steigerung der Produktivität.


Zum Abschluss brachte Cord Wöhlke die Diskussion auf eine zugespitzte Formel:

Es muss mehr Netto vom Brutto übrigbleiben! Das Staatsgebilde ist viel zu
teuer.

Fazit des Abends:

Der Mindestlohn bleibt ein Balanceakt zwischen
sozialer Sicherheit und wirtschaftlicher

Tragfähigkeit. Klar wurde auch, dass wir weniger Ideologische Schlagworte und
mehr faktenbasierte, produktivitätsorientierte Lösungen brauchen.

Der Wirtschaftsrat Niedersachsen dankt
allen Beteiligten für einen engagierten, respektvollen Austausch! Danke auch an
die Kollegen aus Hamburg für die schöne Gemeinschaftsleistung.