Sektion Elbe-Weser besichtigt FRERICHS GLAS GmbH

Am 4. März 2026 besuchte die
Sektion Weserbergland im Rahmen einer Betriebsbesichtigung die FRERICHS GLAS GmbH. Das Unternehmen wurde 1876 gegründet und steht
damit seit 150 Jahren für handwerkliche Qualität, Verlässlichkeit und
Innovationsbereitschaft in der Glasindustrie – und ist bis heute fest in der
Region verwurzelt.
Das Unternehmen
blickt auf eine beeindruckende Geschichte zurück und ist fest in der Region
verwurzelt. Der Hauptstandort befindet sich in Verden (Aller); darüber hinaus
gibt es Standorte in Lüneburg und Berlin. Trotz seines Wachstums ist FRERICHS
GLAS bis heute ein Familienunternehmen, was sich in der langfristigen
Unternehmensausrichtung und der regionalen Verbundenheit widerspiegelt.
Das Angebot
umfasst ein außergewöhnlich breites Leistungsspektrum im Bereich
Glasverarbeitung. Es können Gläser in nahezu allen Ausführungen und Formaten
produziert werden – sogar Größen von bis zu sechs Metern sind technisch
realisierbar. Grundsätzlich sei alles möglich, allerdings fehlen in einzelnen
Bereichen – beispielsweise im KFZ-Sektor – teilweise Zulassungen, die eine
vollständige Markterschließung einschränken.
Die
Kundenstruktur ist genauso breit wie das Angebot: Sie reicht vom kleinen
Tischlereibetrieb bis hin zu großen Unternehmen der Bauwirtschaft. Diese
Vielfalt sorgt einerseits für Stabilität, erfordert andererseits aber auch hohe
Flexibilität in Produktion und Service.
Das Unternehmen
sieht sich mit mehreren großen Herausforderungen konfrontiert:
<li class="MsoNormal" style="text-align:justify;mso-list:l0 level1 lfo1;
tab-stops:list 36.0pt">Energiekosten
<li class="MsoNormal" style="text-align:justify;mso-list:l0 level1 lfo1;
tab-stops:list 36.0pt">Personalkosten
<li class="MsoNormal" style="text-align:justify;mso-list:l0 level1 lfo1;
tab-stops:list 36.0pt">Intensiver
Marktwettbewerb
Insbesondere der
zunehmende Wettbewerb aus China wird als ernstzunehmender Faktor beschrieben.
Zudem wurde
betont, dass die steigenden Personalkosten ein sensibles Thema sein.
Perspektivisch wird über eine stärkere leistungsbezogene Vergütung nachgedacht,
um Wettbewerbsfähigkeit und Motivation gleichermaßen zu fördern.
Das Verhältnis
zur Politik wurde kritisch bewertet. Seitens des Unternehmens wird ein
wachsender Vertrauensverlust wahrgenommen, insbesondere im Hinblick auf
wirtschaftliche Rahmenbedingungen und Planbarkeit.
Ein weiterer
Schwerpunkt lag auf der Digitalisierung. In den kommenden zwei Jahren soll
Künstliche Intelligenz (KI) verstärkt Aufgaben in der Verwaltung übernehmen.
Ziel sei es, Prozesse effizienter zu gestalten und Mitarbeitende zu entlasten.
Auch in der
Produktion wird der Einsatz von Robotern perspektivisch eine größere Rolle
spielen. Einzelne Arbeitsschritte könnten künftig automatisiert werden, um
Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit weiter zu steigern.
Ein besonders
eindrucksvoller Aspekt war das Thema Cybersicherheit. Das Unternehmen
verzeichnet nach eigenen Angaben rund 1.000 Hackerangriffe pro Tag.
Entsprechend hoch sind die Investitionen in IT- und Cyber-Sicherheitsmaßnahmen.
In diesem
Zusammenhang wurde auch die Frage der digitalen Unabhängigkeit von Microsoft
und den USA thematisiert. Die Sicherung technologischer Souveränität sei für
das Unternehmen ein strategisch relevantes Thema.
Die
Betriebsbesichtigung bei der FRERICHS GLAS GmbH hat eindrucksvoll gezeigt, wie
ein traditionsreiches Familienunternehmen den Spagat zwischen handwerklicher
Qualität, industrieller Fertigung und digitaler Transformation meistert.
Trotz großer
Herausforderungen zeigt sich das Unternehmen innovativ, anpassungsfähig und
zukunftsorientiert. Die geplante Integration von KI, der Ausbau der
Automatisierung sowie hohe Investitionen in Cybersicherheit unterstreichen den
Willen, langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.
Die Mitglieder und Gäste der
Sektion Weserbergland bedanken sich herzlich bei der FRERICHS GLAS GmbH
für die spannenden Impulse und den authentischen Einblick in die Verbindung von
traditionellem Handwerk und moderner Gestaltung.