Unternehmerfrühstück der Sektion Hannover mit Eva Bender

Am 21. Mai 2026 begrüßte die
Sektion Hannover des Wirtschaftsrates Niedersachsen Eva Bender Dezernentin für
Bildung und Kultur der Landeshauptstadt Hannover sowie SPD-Kandidatin für das
Amt der Regionspräsidentin, zum monatlichen Unternehmerfrühstück.
Unter dem Titel „Verbindungen
schaffen, Zusammenhalt stärken“ stellte Eva Bender sich und ihren
persönlichen sowie politischen Werdegang vor. Offen berichtete sie von ihrem
Weg – von der Schülersprecherin, obwohl sie nach eigener Aussage die Schule
nicht besonders mochte, bis hin zu ihrer heutigen Verantwortung als
Dezernentin.
Ein zentrales Thema ihres
Vortrags war die Situation von Kindern und Jugendlichen im Bildungssystem.
Bender sprach sich deutlich für ein verpflichtendes Programm zur mentalen
Gesundheit an Schulen aus. Länder wie Finnland und Schweden seien hier bereits weiter.
Die psychische Gesundheit von Kindern müsse stärker in den Fokus rücken, denn
laut Bender zeigten mittlerweile viele junge Menschen entsprechende
Belastungen.
Auch der Fachkräftemangel und die
schwierige Situation auf dem Ausbildungsmarkt wurden intensiv diskutiert.
Unternehmen in Niedersachsen fragten sich zunehmend, warum Ausbildungsplätze
nicht besetzt werden können. Mögliche Gründe seien unter anderem fehlender
bezahlbarer Wohnraum sowie unzureichende Verkehrsanbindungen.
Eva Bender machte deutlich, dass
insbesondere mehr Wohnraum für Auszubildende geschaffen werden müsse. In
Niedersachsen gebe es mit dem Azubi-Werk bereits ein unterstützendes
Angebot, das junge Menschen beim Start ins eigenständige Leben begleitet – etwa
bei Behördengängen, Mietverträgen oder Versicherungsfragen.
Ein weiteres Thema war die Dauer
von Baugenehmigungsverfahren. Derzeit dauere es in Niedersachsen
teilweise bis zu zwei Jahre, bis Genehmigungen erteilt würden. Hier sieht
Bender dringenden Handlungsbedarf: Wenn alle Unterlagen vollständig vorliegen,
müsse eine Bearbeitung innerhalb von drei bis sechs Monaten möglich sein.
Auch der Mangel an
seniorengerechtem Wohnraum in zentraler Lage wurde angesprochen. Im
Austausch mit Wohnungsbaugesellschaften wie der KSG werde nach Lösungen
gesucht. Wenn ältere Menschen ihr großes Eigenheim zugunsten kleinerer,
betreuter Wohnungen verlassen könnten, entstünde gleichzeitig neuer Wohnraum
für jüngere Familien.
Aus den Reihen der Mitglieder
wurde zudem die schlechte ÖPNV-Anbindung an den Stadtgrenzen kritisiert.
Gerade für Mitarbeitende stelle sich häufig die Frage, wie sie zuverlässig
ihren Arbeitsplatz erreichen sollen.
Ein weiterer Punkt in der
Diskussion war die Erreichbarkeit von Ansprechpartnern in Behörden der Region
Hannover. Viele Teilnehmer berichteten von Schwierigkeiten, bei Anliegen
überhaupt zuständige Kontaktpersonen zu finden.
In der anschließenden offenen
Diskussion wurde deutlich: Veränderungen sind notwendig – und Entscheidungen
müssen getroffen werden, auch wenn sie nicht immer bequem sind.
Wir bedanken uns bei Eva Bender
für den interessanten und offenen Austausch und wünschen ihr für die Zukunft
alles Gute.