Unternehmerfrühstück der Sektion Hannover mit Henning Hanebutt

Vertrauen als Fundament des Erfolgs

Beim Unternehmerfrühstück der Sektion Hannover am 6. Oktober 2026 mit Henning Hanebutt, Gesellschafter, Geschäftsführung, Hanebutt Holding GmbH, wurde schnell deutlich, welches Wort den Erfolg des Unternehmens seit Generationen prägt: Vertrauen.


Die Geschichte des Familienunternehmens begann 1930 mit Heinrich Hanebutt. Heute führt Henning Hanebutt das Unternehmen in dritter Generation mit rund 800 Mitarbeitenden einschließlich 150 Auszubildenden. Mit dem Sohn Heiner Hanebutt ist inzwischen auch die vierte Generation im Unternehmen aktiv. 


Bereits zu Beginn sorgte eine humorvolle Frage für Aufmerksamkeit: "Reicht heute noch ein Obstkorb oder müssen es inzwischen schon Oliven sein?" Dahinter verbarg sich jedoch eine ernste Botschaft über moderne Arbeitgeberattraktivität und Unternehmenskultur.

Für Hanebutt steht fest: Wer nicht wächst, hat oftmals ein Vertrauensproblem. Vertrauen sei die wichtigste Grundlage erfolgreicher Zusammenarbeit. Besonders im Dachdeckerhandwerk sei Sicherheit auf dem Dach unverzichtbar. Funktioniere sie nicht, könne das schwerwiegende Folgen haben. Auch hier ist Vertrauen entscheidend.

Beeindruckend war die Offenheit, mit der Hanebutt über persönliche Erfahrungen sprach. Obwohl er durch einen Mitarbeiter über einen langen Zeitraum finanziell geschädigt wurde, hält er weiterhin an seiner Überzeugung fest: Vertrauen schenken statt Misstrauen säen.


Die Unternehmenskultur zeigt sich auch in zahlreichen gemeinsamen Aktivitäten. Nach mehreren Jahren wurde wieder eine Weihnachtsfeier eingeführt. Zusätzlich findet jährlich ein Sommerfest mit den Familien der Mitarbeitenden statt. Dort werden auch langjährige Mitarbeitende geehrt. Der Rekord liegt bei beeindruckenden 56 Jahren Betriebszugehörigkeit.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Nachwuchsförderung. 2026 wurden 60 neue Auszubildende eingestellt. Der Erfolg kommt nicht von allein: Hanebutt besucht Schulen, ist auf Ausbildungsmessen präsent und sucht frühzeitig den Kontakt zu Lehrkräften sowie jungen Menschen. Selbst Praktikantinnen und Praktikanten erhalten eine Vergütung.

Besonders bemerkenswert ist das Ausbildungsprogramm: Neue Auszubildende verbringen zunächst eine Woche im Betrieb und lernen nicht nur fachliche Inhalte, sondern auch wichtige Kompetenzen für das Leben, wie Finanzwissen oder den Umgang mit Menschen. Anschließend geht es gemeinsam in die Berge, wo Persönlichkeitsentwicklung, Stressbewältigung und Teambildung im Mittelpunkt stehen. Auch die Vorarbeiter werden gezielt geschult und reisen dafür sogar nach Finnland, um ihr Verständnis für die Bedürfnisse junger Menschen weiterzuentwickeln.

Innovationen spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Bereits 2004 führte Hanebutt die elektronische Zeiterfassung ein. Heute werden Dächer mithilfe von Drohnen vermessen und digitale Technologien sowie Künstliche Intelligenz aktiv genutzt.

Das Unternehmen beschäftigt heute Mitarbeitende aus 38 Nationen und gewinnt Fachkräfte auch international, unter anderem in Indien. Neue Mitarbeitende finden auf dem eigenen Auszubildenden-Campus zunächst eine Unterkunft und Unterstützung beim Einstieg.

Weitere Besonderheiten sind die etablierte Vier-Tage-Woche sowie die Überzeugung, dass das Alter kein Grund sein sollte, das Unternehmen zu verlassen. Stattdessen werden alternative Aufgabenbereiche angeboten, damit Erfahrung und Wissen erhalten bleiben.


Die zentrale Botschaft des Tages lautete:
„Gemeinsame Visionen gestalten eine gemeinsame Zukunft.“
Angesichts steigender Kosten und der Prognose, dass in den kommenden Jahren rund ein Viertel der Handwerksbetriebe vom Markt verschwinden könnte, sind starke Unternehmenskulturen wichtiger denn je.

Der Wirtschaftsrat Niedersachsen bedankt sich bei Henning Hanebutt für die spannenden Einblicke sowie bei den Mitgliedern und Gästen für den offenen Austausch.