"Warum Hildesheim?" - Diskussionsveranstaltung der Sektion Hildesheim

Warum Hildesheim? Was macht den Standort für Unternehmen, Fachkräfte und Investoren attraktiv? Und welche Voraussetzungen braucht es, damit die Region auch künftig wirtschaftlich erfolgreich bleibt? Mit diesen Fragen beschäftigten sich Mitglieder und Gäste der Sektion Hildesheim des Wirtschaftsrates Niedersachsen am 29. September bei der Albert Fischer Hausbau GmbH in Elze.
Matthias Mehler, stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Mobilität sowie Mitglied der CDU-Ratsfraktion Hildesheim, stellte die Standortvorteile der Region heraus. Neben vergleichsweise bezahlbarem Wohnraum, einem vielfältigen Kultur- und Sportangebot sowie guten Bildungsmöglichkeiten, biete Hildesheim eine verkehrsgünstige Lage an der A7 und die Nähe zum Hafen. Mit dem geplanten Gewerbepark Hildesheim-Giesen eröffne sich zudem eine wichtige Perspektive für neue Ansiedlungen und Investitionen. Dafür brauche es allerdings ausreichend Flächen und zügige Planungsverfahren.
Svenja Fuhrich, Fachbereichsleitung Wirtschaftsförderung der Stadt Hildesheim, betonte die Bedeutung der gewachsenen Netzwerke zwischen Unternehmen, Verwaltung und weiteren regionalenAkteuren. Zugleich stellten der demografische Wandel und der zunehmende Fachkräftebedarf zentrale Herausforderungen dar. Gerade die Gewinnung und langfristige Bindung junger Menschen sei für die wirtschaftliche Entwicklung entscheidend.
Jens Bollmann, Prokurist der gbg Wohnungsbaugesellschaft Hildesheim AG, lenkte den Blick auf einen weiteren wesentlichen Standortfaktor: bezahlbaren Wohnraum. Dieser sei entscheidend, um Fachkräfte und insbesondere junge Menschen in der Region zu halten. Neben dem Neubau seien die Modernisierung des Bestandes, Barrierefreiheit und energetische Sanierung wichtige Aufgaben. Mit dem „Hildesheimer Modell“ stellte er einen Ansatz für vereinfachtes und kostenbewusstes Bauen vor, bei dem durch eine standardisierte und auf wesentliche Anforderungen konzentrierte Bauweise bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden soll.
In der anschließenden, von Bastian Niggemeier, Mitglied im Vorstand der Sektion Hildesheim, moderierten Podiumsdiskussion ging es unter anderem um bürokratische Hürden, langwierige Genehmigungsverfahren und die künftige Nutzung des Gewerbeparks Hildesheim-Giesen. Dabei wurde die Bedeutung einer gezielten Flächenvergabe und einer vielfältigen Wirtschaftsstruktur hervorgehoben. Auch die Zusammenarbeit zwischen Politik, Verwaltung und Wirtschaft wurde als wichtige Voraussetzung für die Umsetzung regionaler Vorhaben betont.
Die Diskussion zeigte: Hildesheim bietet Unternehmen gute Voraussetzungen, steht aber zugleich vor Aufgaben bei der Fachkräftesicherung, der Wohnraum- und Gewerbeflächenentwicklung sowie dem Abbau bürokratischer Hürden. Entscheidend wird sein, die vorhandenen Potenziale gemeinsam zu nutzen und die Region als attraktiven Wirtschafts- und Lebensstandort weiterzuentwickeln.
Der Wirtschaftsrat Niedersachsen dankt den Referenten für ihre Impulse und den offenen Austausch, Bastian Niggemeier für die Moderation sowie der Albert Fischer Hausbau GmbH für die freundliche Gastgeberschaft.