Servicekultur - ein unterschätzter Wirtschaftsfaktor

Wirtschaftsrat im Gespräch mit Detmolder Bürgermeisterkandidatin

Im Mittelpunkt des
Gedankenaustausches stand die Frage, wie Stadtverwaltung, Unternehmen und
Gesellschaft gemeinsam zu einem spürbaren Mehrwert für Bürger und Kunden
beitragen können – nicht nur als Dienstleister, sondern als gestaltender
Partner einer modernen Stadtentwicklung.

Gastrednerin Dr. Marika Thiersch
machte in ihrem Impulsvortrag deutlich, warum Servicekultur heute weit mehr sei
als eine freundliche Stimme am Telefon. „Service bedeutet Haltung – und diese
beginnt mit dem Anspruch, Dinge für den Bürger besser zu machen.“ Aus ihrer
Sicht sei eine serviceorientierte Haltung nicht nur ein Beitrag zur
Lebensqualität, sondern auch ein klarer Standortfaktor. Eine Stadt, die es
ihren Bürgern leicht mache, sich zurechtzufinden, Anliegen zügig zu klären und
Informationen transparent bereitzustellen, sei automatisch attraktiver.

Die Bürgermeisterkandidatin schlug
die Brücke zwischen öffentlicher Verwaltung und Privatwirtschaft. Was im
Unternehmen Kundenzufriedenheit sei, stelle in der Verwaltung Bürgernähe dar.
Beide verfolgen das gleiche Ziel: Vertrauen, Effizienz und eine positive
Erfahrung. Sie plädierte für eine stärkere Verzahnung von Verwaltung und
Wirtschaft.

Als konkrete Herausforderungen wurden
die Hürden in der interkommunalen Zusammenarbeit, der Fachkräftemangel im
Dienstleistungsbereich aber auch der Digitalisierungsstau in öffentlichen
Einrichtungen erkannt. Gleichzeitig wurden innovative Lösungsansätze
diskutiert: Von intelligenten Bürgerportalen über digitale Antragswege bis hin
zu neuen Ausbildungspartnerschaften zwischen Stadt und Unternehmen.

Eine moderne Servicekultur setze
Führungsbereitschaft voraus: „Wer Verantwortung übernimmt, muss sich daran
messen lassen, wie gut er das Leben der Menschen in der Stadt verbessert.
Verwaltung dürfe nicht Selbstzweck, sondern Möglichmacherin sein.“

Lars Kinkeldey, Sektionssprecher
des Wirtschaftsrates ergänzte abschließend, dass Servicekultur kein Luxus sei,
sondern Grundvoraussetzung für wirtschaftliche Dynamik, gesellschaftlichen
Zusammenhalt und eine starke Stadt. Wenn Verwaltung, Wirtschaft und
Bürgerschaft zusammendenken, entstehe mehr als nur guter Service – es entsteht
Vertrauen in die Zukunft.