Sicherung der Rohstoffversorgung in Deutschland: Ohne Primärstoffe geht es nicht

Christian Strunk, Präsident des vero e.V., diagnostiziert eine Genehmigungsknappheit für den Abbau mineralischer Rohstoffe in Deutschland.

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v.l.n.r. Christian Strunk, Präsident des vero – Verband der Bau- und Rohstoffindustrie e.V. und ehemaliger Bürgermeister der Stadt Xanten und Andreas Breckweg, Geschäftsführer der Kalkwerke Otto Breckweg GmbH & Co. KG und Vorsitzender der Sektion Steinfurt des Wirtschaftsrats Nordrhein-Westfalen

In den Räumlichkeiten der Giesecke GmbH in Rheine begrüßte Andreas Breckweg, Geschäftsführer der Kalkwerke Otto Breckweg GmbH & Co. KG und Vorsitzender der Sektion Steinfurt des Wirtschaftsrats Nordrhein-Westfalen, Christian Strunk, Präsident des vero – Verband der Bau- und Rohstoffindustrie e.V. und ehemaliger Bürgermeister der Stadt Xanten, als Referenten zu einer Vortrags- und Diskussionsveranstaltung. Strunk sprach vor den Mitgliedern des Wirtschaftsrats über den Markt für mineralische Rohstoffe in Deutschland sowie aktuelle Herausforderungen für Rohstoffunternehmen.

„Primärstoffe stehen am Anfang der Wertschöpfung“,
erklärte Strunk. Rund 600 Mio. Tonnen Rohstoffe würden jährlich in Deutschland zur
Weiterverarbeitung benötigt. Lediglich 15-20 % dieser Menge könnten durch
Recycling bereitgestellt werden. Darüber hinaus sei die Ausgangslage
in Deutschland für die Wiederaufbereitung von Rohstoffen nicht besonders
einfach. In der Verwaltung habe Recycling einen schlechten Ruf.

„Ohne Primärstoffe geht es nicht“, so der Verbandsverteter. Für ihren Abbau
werden Genehmigungen benötigt. Hier läge in Deutschland das Problem.
Die Rohstoffunternehmen seien extrem von kommunalen Verwaltungen abhängig,
fänden aber häufig wenig Unterstützung. Allein wegen fehlender Genehmigungen
haben bislang etliche Firmen ihren Betrieb einstellen müssen, erläuterte der
Referent. Auch das Raumordnungsgesetz lege den Unternehmen häufig Steine in den
Weg. Hier sei die Politik gefragt, den Abbau von Primärrohstoffen in
Deutschland umfassender zu fördern. Da Recycling nicht den bestehenden Bedarf
decken könne, bedürfe es einer größeren Unterstützung, um die
Rohstoffsicherheit in Deutschland sicherzustellen. In der darauffolgenden Diskussionsrunde
tauschten sich die Mitglieder der Sektion Steinfurt mit Christian Strunk über
die Lage der mineralischen Rohstoffindustrie aus.

Daraufhin konnten sich die die Teilnehmer einen
eigenen Eindruck von dem Geschäftsbetrieb eines Rohstoffunternehmens
verschaffen. Andreas Breckweg gab eine exklusive Betriebsführung durch das
Traditionsunternehmen Kalkwerke Otto Breckweg GmbH & Co. KG, welches sich
seit fast 100 Jahren der Herstellung von Kalk widmet.