Was erwartet die bergische Wirtschaft nach der Kommunalwahl?

Einen guten Monat nach der
Kommunalwahl beschäftigte sich die Sektion Bergisch Land des Wirtschaftsrates
Nordrhein-Westfalen mit den Auswirkungen, der Wahl auf die heimische
Wirtschaft. Den Impuls gab Michael Wenge, Hauptgeschäftsführer, der bergischen
Industrie- und Handelskammer Wuppertal – Solingen – Remscheid, bevor die
Teilnehmer lebhaft diskutierten.
Zunächst jedoch gratulierte Wenge
dem frisch gewählten neuen Sprecher Thorsten Göbel. Der IHK-Vertreter hob
hervor, dass in den letzten vier Jahren acht Krisen zu verzeichnen gewesen
sein. Dies zeige die Veränderung in der Welt aber auch in Deutschland in der
Zeit zwischen 1990 und 2010 habe die Region 65.000 Arbeitsplätze verloren, aber
nur 15.000 neu gewonnen. In den Zehnerjahren habe es eine deutlich positive
Entwicklung gegeben. Der erste drastische Einbruch sei mit dem Corona Lockdown
verbunden. 2025 hätten sich die Standortfaktoren regional wie global massiv
verschlechtert. Viele Unternehmen seien exportorientiert. Die neuen US-Zölle
belasten die wirtschaftliche Entwicklung. Neue Regulatorik und Bürokratie
(Lieferkettengesetz), marode Infrastruktur, fehlende Gewerbeflächen, hohe
Steuern und Abgaben, Fachkräftemangel und ein Gaspreis, der acht Mal höher ist,
als in den USA bringen viele mittelständische Unternehmen an die Grenze der
Belastbarkeit. Damit beschrieb Wenge einen bunten Strauß an Herausforderungen,
die nicht alle auf kommunaler Ebene zu lösen sein. Aber die Fragestellungen,
die die Städte lösen können, wie zum Beispiel das Thema Gewerbeflächen oder
eine bessere Vermittlung von Fach und Arbeitskräften müsse angegangen werden.
„Wir brauchen auf kommunaler Ebene Kümmerer, die sich für gute
Rahmenbedingungen einsetzen.“ Damit beschrieb er das Anspruchsprofil der
Wirtschaft an die neuen Oberbürgermeister. Zudem brachte er ein bergisches
Kompetenzzentrum ins Gespräch, um der Region eine Stimme auf Landes- und
Bundesebene zu verleihen. Einig darüber waren sich alle Teilnehmer, dass wenn
es der Wirtschaft gut gehe, es auch den Menschen gut geht. Bis dieses Ziel
wieder erreicht werde, sei von Seiten der Städte und Kommunen im IHK-Bezirk
noch Vorarbeit zu leisten.
“Der Wirtschaftsrat werde sich
aktiv einbringen, die Rahmenbedingungen zu verbessern,“ sicherte Göbel dem
Referenten zu.